Trockenstress und Hitze - Tiefstand bei gesunden Waldbäumen

Kaum Regen, dafür viel Sonne und hohe Temperaturen: Berlins Wäldern blieb in den vergangenen Jahren kaum Zeit zum Regenerieren. Das schlägt sich in der Baumgesundheit nieder.
Förster Dirk Riestenpatt zeigt ein Stück Rinde einer abgestorbenen Kiefer. © Britta Pedersen/dpa

Der Anteil gesunder Waldbäume in Berlin ist auf einem Tiefstand seit Beginn der Erhebung 1991. Als frei von sichtbaren Schäden stufen Fachleute nur noch vier Prozent ein, wie aus dem Waldzustandsbericht 2022 hervorgeht, der am Mittwoch vorgestellt wurde. Das sind noch einmal zwei Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Deutlich Schäden weisen laut dem Bericht 40 Prozent auf, das sind sechs Prozentpunkte mehr als 2021. Das heißt, dass Bäume mehr als ein Viertel ihrer Nadeln oder Blätter verloren haben und/oder die Baumkrone stark vergilbt ist. Die übrigen Flächen fallen in eine sogenannte Warnstufe.

Die Ergebnisse seien «wenig überraschend nach einem der wärmsten und trockensten und sonnenreichsten Jahre seit langem», sagte Umweltsenatorin Bettina Jarasch (Grüne). Hitze und Trockenheit setzten dem Wald zu. Sogar noch schlechtere Zahlen hätten die Folge sein können, sagte der Leiter der Berliner Forsten, Gunnar Heyne. Dass es nun nicht noch schlimmer aussehe, liege daran, dass sich Schäden an Bäumen erst mit einigem Verzug zeigten.

Klimaschutz sei auch Waldschutz - und umgekehrt, betonte Jarasch laut einer Mitteilung. Man arbeite daran, alle Belastungen und Risiken für die Wälder durch wirksame Klimaschutzmaßnahmen zu minimieren. Ziel der Hauptstadt sind Mischwälder, die angesichts des Klimawandels als widerstandsfähiger gelten. Noch dominieren Kiefern.

Im Herbst des Vorjahres wurden in Berliner Wäldern rund 321 000 Laubbäume gepflanzt - vor allem Eichen, Buchen, Hainbuchen, Linden und Ahorne. «In diesem Herbst laufen Pflanzungen in gleicher Größenordnung», teilte die Umweltverwaltung mit.

Nach der Trockenheit im Jahr 2003 war der Anteil gesunder Bäume in Berlin schon einmal stark zurückgegangen, wenn auch nicht so stark wie zuletzt. In den 2010er Jahren war es dann noch einmal zu einer Erholung gekommen, zeitweilig war wieder rund ein Drittel der Fläche ohne Schäden. Immer schlechter wurde der Zustand wieder nach dem extremen Niederschlagsjahr 2017 und dem extremen Trockenjahr 2018. Möglichkeiten zur Erholung blieben seitdem aus.

Die Waldgesundheit wird in Berlin im Sommer mit stichprobenartigen Überprüfungen an mehreren Standorten erhoben. Fachleute betrachten dann zum Beispiel die Baumkronen. Laut Bericht ist es «durchaus als ein langfristiger Erfolg der Berliner Waldbewirtschaftungsstrategie zu werten, dass in den Wäldern flächenhafte Absterbe-Erscheinungen ausgeblieben sind».

© dpa
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