Dusche für die Elefantendame: Hitze macht Tieren zu schaffen

Nicht nur Menschen leiden unter Hitze, auch Tieren im Zoo oder Wildpark sind pralle Sonne und hohe Temperaturen unangenehm unter dickem Fell. Für Abkühlung sorgen sie selbst oder Tierpfleger helfen.
Yvonne Weigelt, Tierpflegerin im Tierpark Cottbus. © Patrick Pleul/dpa/Archivbild

Die Hitze macht auch Tieren im Zoo oder in Wildparks zu schaffen. Dickhäuter wie etwa die asiatische Elefantendame Sundali im Tierpark Cottbus lassen sich deshalb von Tierpflegern abspritzen, um es etwas kühler zu haben. In einer neuen Behausung, die sich noch im Bau befindet, wird es künftig nach Tierparkangaben ein Wasserbad geben - auch für eine zweite Elefantendame aus Leipzig, die dort ein neues Zuhause haben soll.

Bis zu 10 Liter Wasser könne Sundalis Rüssel ziehen, bis zu 200 Liter trinke sie am Tag, berichtet Tierinspektor Lutz Robel der Deutschen Presse-Agentur. «Ab und zu spritzt sie sich damit auch selbst ab». Das Tier sei mit seinen 54 Jahren ein Cottbuser «Urgestein». Bei diesen hohen Temperaturen hält sich der Elefant gern im Schatten oder in seiner Behausung auf, ist weniger aktiv und frisst auch weniger.

«Die Tiere fressen in der Hitze nur das, was sie auch wirklich verbrauchen, anders als der Mensch», erklärt Robel. Gern vertilgt Sundali frisches Gras, das dem Tierfachmann zufolge allerdings auch langsam Mangelware wird, deshalb bekommt sie mehr Heu. Drei bis fünf Kilo Fallobst pro Tag, häufig von Besuchern gespendet, sei nur Zubrot, erklärt der Tierinspektor. Von zuviel Obst würden Elefanten krank. Damit die betagte Elefantendame auch bei der Hitze etwas in Bewegung bleibt, verteilen Tierpfleger Möhrenstücke auf der Anlage, die sie dann ablaufen muss.

Die meisten Tiere haben Robel zufolge Wasserstellen, die sie erreichen können, darunter Zebras, Antilopen, Ziegen, Schafe und Esel. Auch Selbsttränken böten frisches Wasser.

Die Tiere im Wildpark Schorfheide im Kreis Barnim suchen sich in ihren großen Gehegen schattige Plätze zum Zurückziehen. Zudem kühle der Boden in der Nacht noch besser aus als in städtischen Anlagen, berichtet Chefin Imke Heyter. «Wir reagieren auf die Hitze, indem wir mehr tränken als sonst». Abkühlung finden Wollschweine in Badesuhlen mit Schlamm, Wölfe in einem Teich im Gehege.

Dagegen lägen die Wisente an ihren Plätzen in der Sonne, als gäbe es die Hitze nicht, sagt Heyter. «Da fragt man sich, wie machen die das.» Trotz Hitze gab es mit «Schorf-Heinz» männlichen Nachwuchs beim Europäischen Wisent, auch vier kleine Wollschweine wurden geboren.

© dpa
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