Evakuierung wegen Bombenentschärfung in Moabit

In Berlin-Moabit ist eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Ein Sperrkreis um den Fundort wird evakuiert. Auch Kranke und alte Menschen müssen ihn verlassen.
Das Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzwagens der Polizei. © Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Die Evakuierung des Sperrkreises rund um eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Berlin-Moabit hat der Polizei zufolge begonnen. «Unsere Kollegen sind gerade dabei, in dem Bereich mit einem Lautsprecherwagen und auch zu Fuß die Anwohner und die Gewerbetreibenden anzusprechen», sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. «Wenn das abgeschlossen ist, bekommen wir das Signal und können danach mit der kontrollierten Sprengung beginnen.» Damit sei aber erst im Lauf des Nachmittags zu rechnen. Insgesamt seien rund 220 Kollegen in Moabit im Dienst.

Die 50-Kilogramm-Bombe wurde bei Bauarbeiten an der Sickingenstraße westlich der Beusselstraße gefunden. Der Sperrkreis, den alle Anwohner verlassen müssen, hat einen Radius von 500 Metern um den Fundort. Den Angaben zufolge sind rund 9000 Menschen betroffen, die dort wohnen oder arbeiten. In der Gegend gibt es auch zahlreiche Büros und Gewerbebetriebe. «Was positiv zu bemerken ist: Über das Wochenende ist schon viel kommuniziert worden», sagte der Polizeisprecher. «Das spielt uns in die Karten.» Die Evakuierung werde sich aber den Vormittag über hinziehen.

Erschwerend kommt hinzu, dass auch zahlreiche ältere und in ihrer Gehfähigkeit eingeschränkte Menschen den Sperrkreis verlassen müssen. Die Krankentransporte koordiniert das Deutsche Rote Kreuz (DRK), beteiligt sind aber auch andere Hilfsorganisationen wie die Johanniter Unfallhilfe. «Seit acht Uhr sind die Krankentransporte im Dauerbetrieb», sagte der Katastrophenschutzbeauftragte des Bezirks Mitte, Konstantin Keesmann. Geplant waren rund 60 Transporte. «Beim Zeitplan sind wir im grünen Bereich.»

Außerdem sind zwei Shuttle-Busse für Menschen im Einsatz, die nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen und deshalb eine Alternativunterkunft brauchen. Die Busse starteten an zwei Sammelpunkten unter anderem in der Sickingenstraße und waren Keesmann zufolge am Montagmorgen ebenfalls im Dauereinsatz.

Auch die Entschärfung der amerikanischen 50-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg stellt die Polizei vor Herausforderungen: «Die Bombe ist deformiert, und die Zünder sind beschädigt, so dass wir nicht wie üblich arbeiten, die Zünder entfernen und die Bombe abtransportieren können», erklärte der Polizeisprecher. «Wir müssen es diesmal so machen, dass wir die Bombe kontrolliert zünden beziehungsweise sprengen.»

Auswirkungen gibt es auch für den Hauptstadtverkehr: Die Berliner Verkehrszentrale teilte am Montagmorgen auf Twitter mit, der S-Bahnverkehr der S41 und S42 werde ab 11 Uhr zwischen den Haltestellen Beusselstraße und Westend eingestellt.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wiesen am Montag außerdem darauf hin, dass auch die drei Buslinien M27, 106 und 123 betroffen seien. Die M27 wird den Angaben zufolge zwischen den Haltestellen Rathaus Tiergarten und Goslarer Platz in beiden Richtungen umgeleitet. Die Linien 106 und 123 können auf ihren gewohnten Strecken fahren, halten jedoch nicht an der Haltestelle Wittstocker Straße.

© dpa
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