«Berliner Wassertisch» fordert mehr Trinkbrunnen in Berlin

Der Bund will Städte und Kommunen zu mehr öffentlichen Trinkbrunnen verpflichten. Die Berliner Wasserbetriebe sehen sich dabei auf einem guten Weg. Doch aus Sicht von Kritikern gibt es noch viel zu tun.
An einem Wasserspender der Berliner Wasserbetriebe füllt sich ein Passant seine Trinkflasche auf. © Jörg Carstensen/dpa/Archivbild

Der Verein Berliner Wassertisch fordert mehr Tempo beim Bau neuer Trinkbrunnen in der Hauptstadt. «Wir sind der Meinung, dass es immer noch nicht genug Trinkbrunnen in Berlin gibt», sagte Wassertisch-Aktivistin Johanna Erdmann der Deutschen Presse-Agentur. In diesem sowie in den kommenden zwei Jahren wollen die Berliner Wasserbetriebe eigenen Angaben zufolge jeweils 15 weitere Brunnen bauen. Dieses Tempo sei absolut inakzeptabel, sagte Erdmann.

Schließlich habe Berlin im vergangenen Jahr fast 50 neue Wasserspender bauen können. Mit aktuell rund 200 Brunnen insgesamt hänge die Hauptstadt insbesondere im Vergleich zu Städten wie Wien, Zürich oder Paris deutlich hinterher. Dort gebe es bereits mehr als 1000 Brunnen.

Mit einem neuen Gesetzesentwurf will Bundesumweltministerin Steffi Lemke (SPD) Städte und Kommunen zum Aufstellen von mehr öffentlichen Trinkbrunnen verpflichten. Insgesamt 1000 neue Anlagen sollen in einem ersten Schritt bundesweit hinzukommen. Schon heute gibt es demnach im ganzen Land mehr als 1300 öffentliche Trinkwasserbrunnen.

Mehr als 200 davon stehen den Berliner Wasserbetrieben zufolge in Berlin. 1,5 Millionen Euro hat der Senat im aktuellen Doppelhaushalt für den Betrieb und den Unterhalt zur Verfügung gestellt. Das Land sieht sich auf einem guten Weg. «Berlin ist in dieser Sache seit einigen Jahren aktiv und konnte mit den Berliner Wasserbetrieben und den Bezirken bereits Dutzende neuer Trinkwasserbrunnen realisieren», sagte Jan Thomsen, Sprecher der Senatsverwaltung für Umwelt.

«Die Berliner Wasserbetriebe haben tatsächlich schon sehr viel gebaut, das ging schon gut voran», sagte Julian Fischer, Projektleiter bei der Umweltinitiative «a tip: tap». Der Verein fordert neben einer besseren Ausstattung der Finanzmittel durch das Land auch einen zügigen Aus-und Aufbau von Trinkbrunnen je 1000 Einwohnern.

Erdmann vom Berliner Wassertisch vermisst im Gesetzesentwurf des Bundes vor allem Klarheit in der Finanzierungsfrage. Zudem beinhalte er keine Verbindlichkeit.

Der Berliner Wassertisch ist ein Verein der sogenannten Blue Community - einem Netzwerk aus interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Vereinen und Initiativen. Die Gruppen fordern, die Berliner Brunnen technisch so fit zu machen, dass sie das ganze Jahr laufen können und nicht nur von April bis Oktober. Außerdem solle das Wasser aus den Trinkbrunnen nicht in die Kanalisation laufen, sondern stattdessen etwa Bäume bewässern. Dazu gebe es unter anderem ein Pilotprojekt in Spandau.

© dpa
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