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Vor Landratswahl: Wirtschaft setzt Zeichen gegen Rechts

An diesem Sonntag wird sich entscheiden, wer nächster Landrat von Dahme-Spreewald wird. Im Rennen sind ein Parteiloser und ein AfD-Kandidat. Unternehmen und Bildungsstätten sind in Sorge um die Entwicklung der Region und schließen sich zu einem Aufruf zusammen.
Landratswahl Landkreis Dahme-Spreewald
Die beiden Kandidaten der Landratswahl im Landkreis Dahme-Spreewald Steffen Kotré (oben, AfD) und Sven Herzberger (parteilos). © Patrick Pleul/dpa

Vor der Stichwahl um den Landratsposten in Dahme-Spreewald zwischen einem AfD-Kandidaten und einem parteilosen Bewerber haben sich dort ansässige Unternehmen, Forschungs- und Bildungsstätten klar gegen Extremismus ausgesprochen. In einem gemeinsamen Aufruf heißt es unter anderem: «Weltoffenheit, gegenseitiges Verständnis und Respekt sind Werte, auf denen der Wohlstand unserer Region aufgebaut ist - gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist das wichtiger denn je. Auch unser Tourismus kann nur florieren, wenn wir Weltoffenheit leben und Extremismus eine klare Absage erteilen.» Der Aufruf, den die Bürgerbewegung Campact angeregt hat und der an diesem Dienstag in einigen Zeitungen veröffentlicht wird, lag dpa vor.

Hintergrund ist laut Campact das knappe Wahlergebnis der Landratswahl im Oktober, bei dem AfD-Kandidat Steffen Kotré im ersten Durchgang 35,3 Prozent der Stimmen holte. Der parteilose Einzelbewerber Sven Herzberger kam auf 34,8 Prozent der Wählerstimmen. Da keiner der beiden Kandidaten die absolute Mehrheit holte und die Stimmen von mindestens 15 Prozent der Wahlberechtigten auf sich vereinen konnte, kommt es am Sonntag zur Stichwahl um das Amt des künftigen Landrats.

AfD-Bewerber Kotré wird dem rechten Rand der Partei zugeordnet. Er war nach Angaben des Aktionsbündnisses Brandenburg gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Rassismus Unterstützer des völkisch-nationalistischen «Flügels». Der AfD-Landesverband wird vom Verfassungsschutz Brandenburg seit 2020 als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft, die AfD hält die Einstufung für falsch.

Dem Appell, der an diesem Dienstag in lokalen Zeitungsausgaben der «Lausitzer Rundschau», der «Märkischen Allgemeinen», im «Blickpunkt» und der «Lausitzer Woche» erschienen ist, hat sich auch das Unternehmen Bionova Biogas aus Königs Wusterhausen angeschlossen. «Wir brauchen in unserem Land Politiker, die pragmatisch Probleme lösen und die Menschen miteinander verbinden», so die Firma.

Auch das Forschungszentrum DESY (Deutsches Elektronen-Synchrotron) ist unter den Unterzeichnern des Appells. «Auf unserem Campus in Zeuthen im Landkreis Dahme-Spreewald arbeiten Menschen aus 34 Nationen. Wir setzen uns für Toleranz und Weltoffenheit in der Region ein - sie sind für unsere Arbeit und als Standortfaktor für den Landkreis unverzichtbar», hieß es vom Zentrum. Ähnlich äußerte sich die Messtechnikfirma Deutzer Technische Kohle GmbH. «Als international agierende, weltoffene Firma ist uns ganz klar, dass Abschottung und Nationalismus Verlust für alle bedeuten und langfristig auch unseren Wohlstand gefährden können.»

Der parteilose Kandidat Herzberger - auch Zeuthener Bürgermeister - wird bei der Stichwahl von SPD, CDU, Linken, FDP, Grünen und den Freien Wählern unterstützt. In dem gemeinsamen Aufruf an die Wählerschaft heißt es von Unternehmen und Einrichtungen: «Erteilen sie Extremismus und rechten Parolen einen Absage!»

© dpa
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