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Vor der Landratswahl: Kandidaten stellen sich letztmalig vor

Die Landratswahl in Dahme-Spreewald rückt näher. Ein letztes Mal stellen sich die Kandidaten in einer Gesprächsrunde vor. Stephan Loge (SPD) geht nach fast 16 Jahren in den Ruhestand und zieht Bilanz.
Stephan Loge
Stephan Loge, Landrat Landkreis Dahme-Spreewald, bei einer Pressekonferenz nach dem Treffen mit der Landesregierung. © Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Die Landratswahl in Dahme-Spreewald am kommenden Sonntag rückt immer mehr in den Fokus. Ein letztes Mal stellen sich an diesem Donnerstagabend die zwei Kandidaten und eine Kandidatin in einer Gesprächsrunde vor. In Teupitz geht es um die Themen Mobilität und Nachhaltigkeit. Die drei Bewerber Susanne Rieckhof (SPD), Sven Herzberger (parteilos) und Steffen Kotré (AfD) wollen der Öffentlichkeit ihre Schwerpunkte in diesen Bereichen darlegen.

Dahme-Spreewald gehört zu den einwohnerstärksten Landkreisen in Brandenburg. Der Kreis erstreckt sich von Nord nach Süd über 81 Kilometer von Schönefeld bei Berlin über Teile des Spreewaldes bis zu Ausläufern des Niederen Flämings. Rund 150.000 Menschen sind am Sonntag aufgerufen, über den künftigen Landrat abzustimmen.

SPD-Kandidatin will Energiewende vorantreiben

Wie soll sich der Landkreis künftig ökologisch verträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig aufstellen? Die Kandidaten bringen sich dazu vorab in Stellung. Die SPD-Bewerberin Rieckhof will den Umbau auf Erneuerbare Energien vorantreiben. Die Transformation in der Lausitz weg von der Kohle ist für sie ein entscheidendes Thema. «Mein Ziel ist es, dass wir möglichst schnell die Energiewende durch nachhaltige Energie herbeiführen, so dass die Menschen eine Entlastung verspüren», sagt Rieckhof der dpa.

Ein Modell sind für die SPD-Politikerin bereits bestehende energieautarke Dörfer, wie Feldheim im Kreis Potsdam-Mittelmark. «Sowas können wir sofort an den Start bringen und müssen nicht erst auf Entscheidungen von Bund und Land warten», ist sie überzeugt. Es gebe bereits interessierte Kommunen wie Luckau oder Lübben, die das umsetzen wollen. Auch ein guter ÖPNV steht auf ihrer Agenda.

Parteiloser Bewerber will bessere Verkehrsanbindung

Der parteilose Kandidat Sven Herzberger sieht die Weiterentwicklung einer nachhaltigen und klimagerechten Verkehrsinfrastruktur als Rückgrat für eine gute Entwicklung. Sein Ziel: den Süden des Landkreises mit Städten wie Lübben, Luckau und Bestensee noch besser an die Hauptstadtregion mit dem ÖPNV anbinden. Zudem sollten Busse der Regionalen Verkehrsgesellschaft (RVS) kleine Städte und Dörfer besser an die Regionalbahn anbinden. «Angebot schafft Nachfrage und nicht umgekehrt», schreibt er auf seiner Internetseite. Auch den Ausbau und die Sanierung von Radwegen sowie die Ladeinfrastruktur für Elektroautos und Wasserstoff will Herzberger voranbringen.

AfD-Kandidat hält von Ausgaben für Klimamaßnahmen nichts

Steffen Kotré, der erster AfD-Landrat in Brandenburg werden will, setzt bei Mobilität auf Altbewährtes - zum Beispiel Diesel- statt E-Busse. «Bei diesen ganzen Klimamaßnahmen wird Geld einfach zum Fenster rausgeschmissen», ist der Bundestagsabgeordnete überzeugt. Einen Wandel in der Region hält er für unnötig. «Wir brauchen keine Transformation, es war gut so, wie es war», sagt er der dpa. «Transformation ist ein Kampfbegriff, das wird sich bald erledigt haben. Dann werden wir uns um ganz andere Dinge kümmern müssen. Dann wird dieser ganze Spuk ein Ende haben», macht er deutlich.

Scheidender Landrat sieht Landkreis wirtschaftlich stark

Landrat Stephan Loge (SPD) geht nach 16 Jahren in den Ruhestand. Er sieht den Landkreis auf einem guten Weg. Dieser habe das höchste Bruttosozialprodukt im Land und wachse noch immer, sagt Loge der Deutschen Presse-Agentur. Zudem sei der Landkreis wirtschaftlich einer der stärksten in Ostdeutschland. Mit rund 3,6 Prozent liege die Arbeitslosigkeit deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Nach Worten von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat der Landkreis in den vergangenen Jahren vor allem wirtschaftlich eine hervorragende Entwicklung genommen - das auch im bundesweiten Vergleich. «Das sollte auch in Zukunft so sein. Deshalb können die Bürgerinnen und Bürger optimistisch in die Zukunft blicken», sagt Woidke der dpa.

Scheidender Landrat sorgt sich um Haushaltslage

Mit Sorge sieht der scheidende Landrat Loge die Haushaltsentwicklung. Mit den wirtschaftlich starken Jahren vor der Pandemie habe der Kreis fast 100 freiwillige Leistungen übernommen, auch die kostenlose Schülerbeförderung und den Kreisstrukturfonds, mit dem Geld für finanzschwächere Kommunen im Süden gesammelt werde. Nun müsse der Haushalt analysiert werden, da es neue Investitionen gebe, für die Kredite aufgenommen werden müssten, schätzt er ein.

Ein wesentlicher Kostenpunkt ist ihm zufolge die Finanzierung von weiterführenden Schulen. Nach dem Wunsch der Kommunen übernimmt die Trägerschaft von Gesamt- und Oberschulen nun der Landkreis.

Und was empfiehlt er seinem Nachfolger oder der Nachfolgerin? «Kontinuität, Vertrauen, Nahbarkeit und immer die Füße auf dem Boden lassen.»

© dpa
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