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Vom Hörsaal zum Schüler: Praxisnähe bei Lehrerstudium

Der Bedarf an Lehrkräften in Brandenburg ist groß. Mit einem neuen Lehramtsstudiengang an der BTU Senftenberg sind deshalb viele Hoffnungen verknüpft. Das Studium startet mit neuen Lehrmethoden.
Erste Lehramtsstudierende an der BTU
Gruppenfoto der ersten Lehramtsstudierenden an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU). © Patrick Pleul/dpa

Die jungen Frauen und Männer sitzen Probe im Universitätshörsaal in Senftenberg. Sie wirken zum Semesterstart eher neugierig als aufgeregt bei der Begrüßung durch Vertreter der Landesregierung und der Unileitung. Das könnte auch daran liegen, dass sich ihre künftigen Professorinnen und Professoren der Brandenburgischen Technischen Universität sehr persönlich vorstellen bei der Willkommensveranstaltung am Montag - mit einem selbst geschriebenen Gedicht, persönlichen Bildern und einem lustigen mathematischen Exkurs. Bei jedem Vortrag wird wild geklatscht, die überwiegend jungen Lehrkräfte kommen an.

Studiengang deutschlandweit Novum

56 zukünftige Grundschullehrerinnen und -lehrer haben an der Brandenburgischen Technischen Universität am Standort Senftenberg in der Lausitz ihr Studium begonnen. Der Studiengang «Lehramt Primarstufe» wurde in nur zehn Monaten geschaffen - deutschlandweit ein Novum, wie Brandenburgs Wissenschaftsministern Manka Schüle (SPD) hervorhebt. An die Studierenden gerichtet sagt die Ministerin: «Sie sind es, die unseren Kindern auch künftig Lesen, Schreiben und Rechnen beibringen (...)». Die Schule begleite die Kinder und Jugendlichen auf ihrem Weg zu kritischen, urteilsfähigen Menschen. Lehrkräfte könnten Kindern die angeborene Lust am Verstehenwollen und Hinterfragen fördern, zu Selbstvertrauen inspirieren.

Praxisnahe Ausbildung bei Partnerschulen

Der Studiengang an der BTU bietet den Lehramtsstudierenden dazu einen neuen Ansatz der Ausbildung. «Modern an dem Studiengang ist, dass wir es schaffen, die Schulpraxis vom ersten Semester an in das Studium zu integrieren», sagte Bildungsminister Steffen Freiberg. Dazu sind nach Angaben der Universität Partnerschulen ausgewählt worden, in denen sie den Beruf schon einmal in der Praxis erlernen - flankiert von theoretischem und pädagogischem Wissen, das ihnen in sogenannten Lernwerkstätten fachgerecht an der BTU vermittelt wird.

Robin Löfflath ist einer der Lehramtsstudenten an der BTU. Der 19-Jährige pendelt derzeit von Plessa im Landkreis Elbe-Elster nach Senftenberg und freut sich über die Möglichkeit des nahen Uniortes: «Ich habe mich bewusst für ein Lehramtsstudium an der BTU entschieden, aufgrund der praxisnahen Studiengestaltung», erklärte er. Gleichzeitig seien ihm Heimatverbundenheit, aber auch Unterstützung der Heimat wichtig. Er hofft auf moderne Lehrmethoden und kann sich gut vorstellen, in der Region zu bleiben.

Der bildungstheoretische Hintergrund aus den Vorlesungen werde am nächsten Tag direkt mit in die Schule genommen, so der Vizepräsident der BTU, Peer Schmidt, der den Aufbau des Studiengangs mit einem Team erfolgreich koordiniert hat. Die Studierenden könnten so Handlungsoptionen beispielsweise im Bereich der Demokratiebildung ausprobieren und mit ihren Kommilitonen diskutieren. «Man kann die Theorie somit von einem Tag auf den anderen überprüfen.»

Noch mehr als 300 Lehrerstellen im Land unbesetzt

Mit Senftenberg wurde neben der Universität Potsdam ein zweiter Ausbildungsstandort in Brandenburg für Lehrkräfte geschaffen. Das Land reagiert damit auf den Lehrermangel. Nach Angaben von Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) sind im laufenden Schuljahr noch etwa 330 Stellen unbesetzt. Eine konkrete Zahl, wie viele Lehrkräfte im Land derzeit gebraucht werden, nannte er nicht. «Wir unternehmen jede Anstrengung, um genügend Lehrkräfte gewinnen zu können», so Freiberg. Höhere Ausbildungskapazitäten an den Universitäten wie der BTU würden maßgeblich dazu beitragen.

Vertretungsprofessuren als Übergang

Um den Beginn des Lehrbetriebs im Wintersemester 2023/24 ermöglichen zu können, sind für das erste Jahr interimsweise vier Vertretungsprofessorinnen- und Professoren ernannt worden - für die Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik und Erziehungswissenschaft. Parallel laufen Ausschreibungen für die regulären Professuren, die ihren Dienst zum Wintersemester 2024/25 antreten werden.

Insgesamt sind zehn Professuren dann auch in den Fächern Sachunterricht, Kunst, Musik und Sport vorgesehen. Die Zahl der Studienplätze soll in einem zweiten Schritt auf 120 ausgebaut werden.

Für den Umgang mit Themen wie Rechtsextremismus an Schulen soll sich der Studiengang Schmidt zufolge enger mit dem benachbarten Institut für soziale Arbeit verknüpfen. Pläne des Bildungsministeriums sehen die Stärkung der Schulsozialarbeit vor, 30 weitere Studienplätze wurden an der Fachhochschule Potsdam geschaffen. Ansatz der BTU sei es, so Schmidt, dass die Bereiche übergreifend arbeiten - für ein gleiches Vokabular an den Schulen und Denken in gleichen Dimensionen.

© dpa ⁄ Silke Nauschütz, dpa
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