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Unternehmen werden von Brandenburg-Karte verschwinden

Die Wirtschaft in Brandenburg entwickelte sich 2023 überdurchschnittlich gut. Auch für das neue Jahr ist der Wirtschaftsminister optimistisch, wenngleich Dämpfer nicht ausbleiben dürften.
Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach
Jörg Steinbach (SPD), Brandenburger Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie. © Soeren Stache/dpa

Der brandenburgische Wirtschaftsminister Jörg Steinbach rechnet für das Jahr 2024 mit einer insgesamt erfreulichen Wirtschaftsentwicklung in Brandenburg - sieht aber auch Probleme, vor allem in der Branche der Automobilzulieferer. Er gehe davon aus, dass sich die Wirtschaft in Brandenburg insgesamt entgegen dem allgemeinen Bundestrend auch 2024 positiv entwickele, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam.

Dennoch könnten vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen in der Automobilzulieferindustrie, die zum Beispiel Teile für Verbrennerautos liefern und den Wandel zur Elektromobilität nicht schafften, Probleme bekommen. «Ich fürchte, dass manche Unternehmen von unserer Brandenburg-Karte verschwinden werden», so Steinbach.

Mit Blick auf die erwartete positive Entwicklung sagte er, im Jahr 2023 seien weitere Ansiedlungen erfolgt, die sich noch nicht in der guten Bilanz widerspiegelten, so etwa die Inbetriebnahme einer BASF-Fabrik in Schwarzheide. Auch Tesla wolle seine Produktion noch ausweiten, und im Januar kämen 400 Arbeitsplätze durch das Bahnwerk in Cottbus dazu. Er gehe davon aus, dass auch 2024 Industrieansiedlungen zustande kämen, sagte der Minister.

Im ersten Halbjahr 2023 war die Wirtschaftsleistung Brandenburgs laut Statistikangaben so stark wie in keinem anderen Bundesland gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt hatte preisbereinigt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6 Prozent zugenommen. Deutschlandweit schwächelte die Wirtschaft 2023, eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht.

Für Südbrandenburg war zuletzt eine mögliche Ansiedlung des Stuttgarter Autobauers Porsche im Gespräch. Dazu wollte sich der Wirtschaftsminister bislang aber nicht äußern. Nach Angaben von Porsche aus dem Herbst sollte der Aufbau einer weiteren Batteriefabrik neben dem Standort in Baden-Württemberg geprüft werden. Der Chemieriese BASF hatte im Sommer im Schwarzheide eine Produktionsanlage für Kathodenmaterialien als Grundstoff für E-Auto-Batterien in Betrieb genommen.

Steinbach verwies aber auch auf die schwierige Lage des Reifenherstellers Goodyear, der bis 2027 die Reifenherstellung in Fürstenwalde schließen will. Insgesamt sollen ab 2025 schrittweise rund 750 Stellen wegfallen. Die Landesregierung engagiert sich für den Erhalt der Reifensparte am Traditionsstandort Fürstenwalde im Kreis Oder-Spree. Eine Arbeitsgruppe soll im Januar ihre Arbeit aufnehmen.

Die Kautschuk-Industrie in Deutschland habe ein strukturelles Problem, das sich nicht auf Goodyear beschränke, sagte Steinbach. Höhere Rohstoffpreise und teurere Lieferketten sowie gestiegene Energiekosten bringen Steinbach zufolge im Vergleich zu den Standorten Südostasiens erhebliche Nachteile. «Es wird sehr schwer sein, die Branche positiv zu beeinflussen.»

Auch eine vor allem von der Gewerkschaft ins Gespräch gebrachte Option, Reifen fürs nahe Tesla-Werk zu produzieren, wäre vermutlich nicht der erhoffte «Gamechanger», der die Situation des Standorts verbessere. Denn mit der Erstausstattung von Autos mit Reifen verdienten die Hersteller per se kein großes Geld, da die Autoindustrie die Preise stark drücke, sagte Steinbach. Profitabel werde es erst, wenn sich die Autofahrer später für eine Wiederbeschaffung der Reifen entschieden. Die Entscheidung, woher Tesla seine Reifen bezieht, treffe zudem alleine das Unternehmen.

© dpa
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