Minister: Keine Entwarnung für die Oder, Kritik an Polen

Brandenburgs Umwelt- und Agrarminister Axel Vogel (Grüne) sieht den Grenzfluss Oder nach dem massiven Fischsterben im Sommer nach wie vor in einem alarmierenden Zustand. Zugleich forderte er Polen auf, Salzeinleitungen offenzulegen.
Axel Vogel (Bündnis 90/Die Grünen), Brandenburgs Umwelt- und Agrarminister, vor der Presse. © Soeren Stache/dpa/Archivbild

In der Sendung «Brandenburg aktuell» im Rundfunk Berlin-Brandenburg (Dienstagabend) sagte der Umweltminister: «Der Oder geht es sehr bescheiden. Wir haben die ökologische Katastrophe an der Oder noch nicht verdaut.» Aktuell seien die Salzfrachten wieder in einer Dimension wie es im Sommer der Fall gewesen sei. «Es kann überhaupt keine Entwarnung gegeben werden.»

Es finden Vogel zufolge unverändert Salzeinleitungen in die Oder statt. «Wir wissen, dass sie aus Polen kommen.» Aber die polnische Seite habe bisher kein Einleitungskataster vorgelegt. «Die Polen sind sehr zugeknöpft, wenn es darum geht, aufzudecken, wer wie viel genehmigte Mengen einleitet. Wer illegal einleitet, das wissen vermutlich auch die polnischen Behörden nicht.» Die EU solle Druck auf die polnische Seite ausüben, damit die Salzeinleitungen offengelegt werden. «Es geht für uns darum, dass wir auch wissen, wann Einleitungen stattfinden, so dass wir gegebenenfalls auch Gegenmaßnahmen ergreifen können», sagte der Minister.

Er befürchtet, dass es erneut zu massenhaften Fischsterben in dem Fluss kommt, wenn wieder die Kombination aus hohen Salzeinleitungen, sehr hohen Temperaturen und der entdeckten giftigen Algenart eintrete. Vogel sagte: « (...) dann werden wir im nächsten Sommer und in jedem folgenden Sommer wieder eine entsprechende ökologische Katastrophe zu verzeichnen haben.» Dreh- und Angelpunkt sei es, die Salzeinleitungen zu verringern.

Im August war es zu einem massiven Fischsterben in der Oder gekommen. Als Gründe sehen Experten eingeleitetes Salz verbunden mit Niedrigwasser und hohen Temperaturen, so dass es zu einer massenhaften Vermehrung einer giftigen Algenart (Prymnesium parvum) kam.

© dpa
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