Fischsterben: Umweltministerium beklagt Meldeketten-Versagen

Im Zusammenhang mit dem massiven Fischsterben in der Oder hat das Bundesumweltministerium ein Versagen der bei solchen Ereignissen üblichen Meldekette beklagt. «Tatsächlich wissen wir, dass diese Meldekette, die für solche Fälle vorgesehen ist, nicht funktioniert hat», sagte ein Sprecher des Umweltministeriums am Freitag in Berlin. Gemeint ist das frühzeitige Melden des Fischsterbens auf der polnischen Seite.
Tote Fische in der Oder. © Lech Muszynski/PAP/dpa

Die Meldekette habe «bis gestern», also bis Donnerstag, nicht funktioniert, erklärte der Sprecher weiter. «Gestern gab es dann schließlich die Meldung, die von der polnischen Seite hätte kommen müssen. Aber da war eben tatsächlich auch schon die Verschmutzung auf deutscher Seite bekannt.»

Seit Tagen beunruhigt ein massives Fischsterben in der Oder die Menschen in Brandenburg an der Grenze zu Polen. Tausende tote Fische wurden in dem Fluss entdeckt, ein Teil davon auf Höhe der Stadt Frankfurt (Oder) und umliegender Orte. Nach Angaben der polnischen Wasserbehörde sind zehn Tonnen verendeter Fisch geborgen worden. Die genaue Ursache für das Massensterben ist noch unklar. Möglich sei eine Kombination von mehreren Faktoren wie Hitze, geringer Wasserführung und Giftstoffen, erklärte der brandenburgische Umweltminister Axel Vogel (Grüne) am Freitag.

Auch Vogel hatte zuvor fehlende Informationen vonseiten der polnischen Behörden bemängelt. In Polen waren bereits Ende Juli tote Fische gefunden und erstmals Wasserproben entnommen worden. Das Versagen der Informationsketten sorgt auf beiden Seiten zunehmend für Kritik.

Das Bundesumweltministerium erklärte, derzeit im Austausch mit der polnischen Regierung, dem dortigen Infrastrukturministerium und der polnischen Botschaft zu stehen, «um eben tatsächlich möglichst schnell Klarheit zu bringen», sagte der Ministeriumssprecher. Auch mit den Brandenburger Behörden, die in erster Linie für die Aufarbeitung zuständig seien, stehe das Haus von Steffi Lemke (Grüne) in Kontakt. «Wir brauchen jetzt Klarheit über die Stoffe, die dort tatsächlich im Wasser sind.» Bislang stünden die Behörden noch vor einem «unvollständigen Bild».

© dpa
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