Märkisch-Oderland: Haben zügig auf Fischsterben reagiert

Der vom großen Fischsterben in der Oder besonders betroffene Landkreis Märkisch-Oderland hat nach eigener Einschätzung zügig auf die Umweltkatastrophe reagiert. «Wir haben sehr schnell Wasserproben entnommen und die Zuflüsse der Oder ins Oderbruch abgeriegelt», sagte Rainer Schinkel, Beigeordneter für Landwirtschaft und Umwelt, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.
Ein toter Fisch liegt auf Steinen im flachen Wasser des Grenzflusses Oder. © Patrick Pleul/dpa

Bis zu 350 Freiwillige von Lebus bis Hohensaaten hätten am vergangenen Wochenende nach einem Aufruf des Landkreises beim Einsammeln der Tierkadaver geholfen; insgesamt waren es 30 Tonnen. «Solch eine Menge hatten wir nicht erwartet», berichtete Schinkel. Vom Land hätte er sich eine schnellere Beprobung des Oderwassers gewünscht. Dann wäre man auch rascher zu Ergebnissen gekommen.

Man habe sich die Entscheidung für eine Unterstützung durch Freiwillige aus der Bevölkerung nicht leicht gemacht, betonte der Mitarbeiter des Landkreises. Weil nicht klar sei, welcher Stoff den Tod der Fische hervorgerufen hat, sei auch das Risiko für die Helfenden schwer abzuschätzen gewesen. Letztlich habe man sich entschieden, dass es nicht vertretbar sei, die Kadaver dem Wasser und der Sonne zu überlassen.

Die Säcke mit abgesammelten Fischen wurden dem Bereichsleiter zufolge in Seelow zusammengeführt. Es habe in der Zwischenzeit auch vergessene Säcke mit Fischkadaver gegeben, die nun abgeholt und entsorgt würden. Bürger könnten sich in solchen Fällen an ihr Gemeindeamt, aber auch an den Landkreis wenden.

Der Abtransport nach Schwedt und Rüderdorf in Verbrennungsanlagen habe wegen Behördenauflagen länger gedauert, sagte Schinkel. Dabei habe eine Rolle gespielt, dass immer noch nicht klar sei, was das Fischsterben ausgelöst hat. Er reagierte damit auch auf Kritik von Bürgern, die sich über Gestank und die schleppende Beseitigung beschwert hatten. Die Anlagen hätten Nachweise verlangt, dass die Fische für die Verbrennung unbedenklich seien.

Eine konzertierte Sammelaktion vom Landkreis wird es laut dem Umweltbeigeordneten nicht mehr geben. «Das hat auch etwas mit dem Zustand der Kadaver zu tun.» Wer weiter helfen wolle, könne sich an die jeweiligen Amtsdirektoren oder Bürgermeister wenden.

© dpa
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