Fischsterben: Verband kritisiert Behörden

Der Deutsche Angelfischer- und der Deutsche Fischerei-Verband haben die deutschen Behörden im Zusammenhang mit dem massenhaften Fischsterben in der Oder kritisiert. «Von außen wirkte die Aktivität der deutschen Behörden nicht wie ein souveränes Krisenmanagement», hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung vom Montag. Offensichtlich verfüge das zuständige Umweltministerium nicht über konkrete Ablaufpläne oder hinreichend kompetentes Personal, um mit solchen Situationen umzugehen.
Tote Fische werden von der Wasseroberfläche des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder beseitigt. © Marcin Bielecki/PAP/dpa

Man hätte sich eine schnellere, flexiblere und großflächigere Probenentnahme gewünscht, sagte Claus Ubl vom Deutschen Fischerei-Verband der Deutschen Presse-Agentur. Damit hätte man eine bessere Vorstellung von der durchlaufenden Welle bekommen. Bis heute sei nicht klar, woran die Fische gestorben seien. In der Mitteilung heißt es, es habe keine konkreten Maßnahmen zum Bevölkerungsschutz, sondern nur die Veröffentlichung von Empfehlungen gegeben. «Auf polnischer Seite war deutlich mehr Aktivität der staatlichen Stellen erkennbar.» Die Entsorgung der Fischkadaver erschien demnach gut koordiniert. Freiwillige Helfer, etwa aus der Anglerschaft, seien gut angeleitet und koordiniert worden.

Die Oder sei trotz allem keinesfalls fischfrei geworden. Es gebe Sichtungen von Fischbrut und überlebenden Tieren. Wiederangesiedelte Störe seien gerettet worden. Die Verbände forderten unter anderem die Ermittlung der Verursacher, Bemühung um Schadenersatz von polnischer Seite, Hilfe für geschädigte Fischereibetriebe und andere Gewässernutzer, den Wiederaufbau der Fischbestände sowie Maßnahmenplänen auf deutscher Seite für entsprechende Ereignisse.

Schon deutlich früher als in Deutschland war das ungewöhnliche Fischsterben in Polen aufgefallen - aber zunächst nicht an die deutsche Seite gemeldet worden. Das hatte hier für Kritik gesorgt.

© dpa
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