Gasag-Kunden könnte nächstes Jahr neue Preisrunde drohen

11.05.2022 Heizen und Kochen mit Gas ist deutlich teurer geworden, erst zum Mai zogen die Preise der Gasag kräftig an. Der Grundversorger kauft nun das Gas fürs nächstes Jahr - und präsentiert die Rechnung im Herbst.

Eine Gasflamme wird auf einem Küchenherd mit einem Streichholz entzündet. © Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Nach den höchsten Preiserhöhungen ihrer Geschichte schließt der Berliner Grundversorger Gasag eine weitere Preisrunde in diesem Jahr aus. Ende Oktober werde aber über mögliche weitere Preisschritte entschieden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Gaseinkauf für 2023 sei sehr teuer, machte Vorstandschef Georg Friedrichs am Mittwoch deutlich. «Inzwischen sehen wir Preise, die nachhaltig auf einem Niveau sind, das ungefähr viermal so hoch ist wie die Gaspreise, die wir vor einem guten Jahr gesehen haben.» Die Gasag hatte zum Jahreswechsel und Anfang Mai die Preise kräftig erhöht.

Sollte wegen des russischen Kriegs in der Ukraine weniger Gas kommen, sei das Unternehmen vorbereitet, versicherte Friedrichs. «Die Wohnungen in Berlin und Brandenburg würden voraussichtlich nicht kalt, auch wenn wir mit weniger Gas umgehen müssten.» Die Versorgung von Unternehmen würde nach dem Notfallplan im Zweifelsfall abgeschaltet.

Die Gasag hatte zum Januar und Mai ihre Preise deutlich erhöht. Die Kunden hätten sich aber nicht abgewandt, sagte Betriebschef Matthias Trunk. Wochenlang nahm die Gasag wegen der hohen Beschaffungspreise keine Neukunden in Laufzeitverträgen an, inzwischen ist der Naturgas-Tarif wieder offen. «Zur Zeit wollen wir gar keine neuen Kunden haben», bekannte Trunk. «Jeder Kunde, der mehr ist, ist für uns ein wirtschaftlicher Schaden.»

Im vergangenen Jahr war die Kundenzahl gestiegen, auch weil wegen Pleiten anderer Anbieter Verbraucher in die Grundversorgung rutschten. Das Unternehmen zählte 512 000 Gaskunden in Berlin und Brandenburg (Vorjahr: 490 000) sowie 300 000 Ökostromkunden (Vorjahr: 275 000). Wegen des Andrangs verlangte das Unternehmen von Dezember bis April höhere Preise von Neukunden als von Bestandskunden. Verbraucherschützer bereiten deshalb eine Klage vor.

2021 hatte die Gasag ihrer Ziele wegen der starken Preissteigerungen nicht ganz erreichen können. Ein kühler Jahresbeginn und der neue CO2-Preis ließen zwar den Umsatz von 1,22 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,36 Milliarden Euro steigen. Das um Witterungseinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern blieb mit 116 Millionen Euro jedoch stabil (Vorjahr: 115 Millionen Euro). «Wir sind etwas unter Plan, aber das haben wir mit Würde getragen», sagte Friedrichs. Er sei zufrieden.

© dpa

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