Bundespresseball für Solidarität: Rede des Botschafters

27.04.2022 2015 stand die Polizei wegen der Terroranschläge in Paris massiv vor dem Hotel des Bundespresseballs. 2020 und 2021 fiel die Party wegen Corona aus. Nun tobt ein Krieg in Europa. Die Hauptstadt-Journalisten dachten über eine Absage nach, entschieden sich aber dagegen.

Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine in Deutschland, bei einem Solidaritätsabend der Ukraine. © Christophe Gateau/dpa

Der Bundespräsident und die Außenministerin sagten ab, dafür hält der ukrainische Botschafter eine kurze Rede, und das Hotel Adlon wird außen in Blau-Gelb leuchten. Trotz des russischen Krieges in der Ukraine wird der 69. Bundespresseball an diesem Freitag in Berlin gefeiert, als «Solidaritätsball». Zu Beginn des Dinners werde Botschafter Andrij Melnyk zu den Gästen im großen Saal des Hotels am Brandenburger Tor sprechen, teilte die Bundespressekonferenz, der Verein der Hauptstadtjournalisten, als Veranstalter am Mittwoch mit.

Bei dem Ball treten ukrainische Künstler auf und ukrainische Journalisten sprechen. Die Gäste sollen am Abend in bar oder per Internetüberweisung Geld für die Organisation Reporter ohne Grenzen spenden, die Hilfsprojekte für Journalisten in der Ukraine und geflüchtete Journalisten startete und unabhängige Presse-Berichterstattung in Russland unterstützt. Botschafter Melnyk hatte kürzlich mitgeteilt, er hoffe, dass der Ball «einen gewaltigen Impuls von Empathie und Support für die Ukraine, das ukrainische Volk und ganz besonders für freie ukrainische Medien geben wird».

Abgesagt hatten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Innenministerin Nancy Faeser (SPD). Steinmeier sei der Auffassung, so wurde in Medien zitiert, dass aktuell «nicht die richtige Zeit» für einen Ball sei. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nimmt nicht teil. Er kehrt erst am Freitag von einer Reise nach Japan zurück.

Auf der Gästeliste stehen aber Arbeitsminister Hubertus Heil und Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (alle SPD), Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil, der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz, die Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang, die Bundestags-Vizepräsidenten Katrin Göring-Eckardt und Wolfgang Kubicki sowie zahlreiche Staatssekretäre, Fraktionsvorsitzende und Bundestagsabgeordnete.

Aus der Kulturbranche kommen unter anderem der Sänger Marius Müller-Westernhagen, die Schauspielerin Jasmin Tabatabai und der Schriftsteller Wladimir Kaminer. Die Wissenschaft ist vertreten durch den Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler.

Unter den 1800 eingeladenen Besuchern sind neben den Hauptstadtjournalisten zahlreiche Verleger, Chefredakteure, Moderatoren, Wirtschafts-Manager und Lobbyisten. Der Eintritt kostet mehrere Hundert Euro. 500 Kellner, Barkeeper, Köche, Wachleute, Designer und Musiker arbeiten in der Nacht.

Der Vorsitzende der Bundespressekonferenz, Mathis Feldhoff, bedauerte die Absagen. Sehr lange habe man darüber nachgedacht, ob der Ball angesichts des Krieges möglich sei. Der Krieg Russlands sei ein Angriff auf Freiheit und Demokratie und «gegen die freien Medien und die Pressefreiheit». Daher sei auch dieser Ball ein Zeichen der Unterstützung. «Wir wünschen uns, dass der Ball zu einem starken Signal der Solidarität zur Ukraine wird.»

Der traditionelle Eröffnungswalzer des Bundespräsidenten fällt aus, stattdessen tanzen zwei Paare deutsch-ukrainischer Profitänzer. Wenn es dunkel wird, soll das Hotel Adlon in Blau-Gelb, den Nationalfarben der Ukraine, angestrahlt werden. Das Motto der Buffets lautet «Kulinarische Horizonte» - neben Fisch, Austern, Lamm, Kalb und Currywurst spielen auch vegane Gerichte eine Rolle. Am Ausgang erhält jeder Besucher ein traditionelles ukrainisches Brot, gebacken von einer Gruppe ukrainischer Frauen in Berlin.

Im Herbst 2020 war der Ball wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. 2021 wurde er auf dieses Jahr verschoben. Nun müssen alle Gäste geimpft oder genesen sein und einen aktuellen Corona-Test vorlegen.

© dpa

Weitere News

Top News

People news

Hollywood: Oscar-Preisträger Jamie Foxx verkaufte früher Damenschuhe

People news

US-Schauspielerin: Familie: Anne Heche wird Unfall wohl nicht überleben

1. bundesliga

Bundesliga: Streich: Klimakrise «schlimm und besorgniserregend»

People news

Leute: Barmherziger Beobachter menschlicher Komödie: Sempé ist tot

Auto news

Verkehrsrecht: Auf dem Standstreifen fahren: Im Ausnahmefall erlaubt?

Tiere

Der geteilte Hund: Wann Dogsharing funktioniert - und wann nicht

Handy ratgeber & tests

Featured: Galaxy Watch5 und Watch5 Pro: Das steckt in Samsungs neuen Wearables

Das beste netz deutschlands

Featured: Schutz vor Blitzschäden: So kannst Du Deine Technik bei Gewitter schützen

Empfehlungen der Redaktion

Regional berlin & brandenburg

Gesellschaft: Bundespresseball für Solidarität mit Ukraine

Panorama

Medien: Bundespresseball - Botschafter statt Bundespräsident

Inland

Medien-Event: Bundespresseball zur Ukraine - ohne Politprominenz

Regional berlin & brandenburg

Angriffskrieg: Botschafter bedauert Steinmeiers Bundespresseball-Absage

Regional berlin & brandenburg

Ukraine-Krieg: Absagen bei Bundespresseball: Lambrecht einzige Ministerin

Ausland

Diplomatie: Melnyk wehrt sich gegen Vorwürfe - Berichte über Abberufung

Inland

Ukrainischer Botschafter: Melnyk: Steinmeiers Reue müssen Taten folgen

Inland

Ukraine-Krieg: Ex-Außenminister Gabriel weist Kritik an Steinmeier zurück