Waldbrandgefahr weiter hoch: Feuer in Döberitzer Heide

Die Feuerwehren in Brandenburg sind auch nach den großen Bränden der vergangenen Wochen weiterhin mit Waldbränden beschäftigt. Häufig sind auch Naturlandschaften betroffen. Nach Angaben eines Experten haben sich die Ursachen für die Brände im Vergleich zu früher geändert.
Ein Feuerwehrfahrzeug im Löscheinsatz bei einem Heidebrand. © Daniel Schäfer/dpa/Symbolbild

Die Waldbrandgefahr in Brandenburg bleibt weiter hoch. Auch am Sonntag loderte ein Feuer in einer Naturlandschaft auf einem halben Hektar. Regen prognostiziert der Deutsche Wetterdienst für die kommenden Tage in Brandenburg nicht, dafür Temperaturen um die 30 Grad. Der stellvertretende Waldbrandschutzbeauftragte des Landes rechnet wieder mit höchsten Waldbrandgefahrenstufen. Er bezeichnete die Lage als angespannt.

In der Naturlandschaft Döberitzer Heide loderte noch am Sonntagabend ein Feuer auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern, wie der stellvertretende Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Philipp Haase, am Montag berichtete. Der Brand wurde gelöscht.

Der ehemalige Truppenübungsplatz vor den Toren Berlins wird von der Heinz Sielmann Stiftung betreut. Auf der Fläche wächst überwiegend Laubwald, darunter viele Eichen. Der Brand habe sich im Norden der Döberitzer Heide in der sogenannten Wildniskernzone auf einer offenen Fläche im Übergang zum Wald ereignet, sagte die Sprecherin der Stiftung, Elisabeth Fleisch, der Deutschen Presse-Agentur. Mitarbeitende der Stiftung hätten seit Sonntagnacht die Brandwache übernommen.

Tiere seien von dem Feuer auf der 0,5 Hektar großen Brandfläche nicht betroffen gewesen, so die Sprecherin. In der sogenannten Wildniskernzone, ein knapp 1900 Hektar umzäuntes Gebiet, leben unter anderem Wisente, Rotwild und Przewalski-Pferde zur Landschaftspflege.

Seit Beginn der Waldbrandsaison, die bis September dauert, sind nach Angaben des stellvertretenden Waldbrandschutzbeauftragten mit Stand Sonntag bereits 432 Brände auf einer Gesamtfläche von mehr als 1442 Hektar registriert worden. Schon jetzt übertreffe die Zahl der Waldbrände die der Feuer im verheerenden Waldbrandjahr 2018. Damals wurden in diesem Zeitraum 358 Feuer verzeichnet.

«Entscheidend wird jetzt, inwieweit Niederschläge im August und September fallen», sagte Haase. Sollte kein ausreichender Niederschlag kommen, könnte das gesamte Jahr 2022 die Waldbrandsaison 2018 noch übertreffen, schätzte er ein. Vor vier Jahren verbrannten im gesamten Dürresommer bei 512 Bränden etwa 1680 Hektar Wald.

Nach Angaben des Umweltministeriums galt am Montag in elf Landkreisen die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe vier, in drei weiteren Kreisen im Norden die Stufe drei. Haase rechnet in den kommenden Tagen aber damit, dass die Gefahrenstufe in zahlreichen Landkreisen auf die höchste Stufe fünf steigen wird.

In den vergangenen Jahrzehnten gab es dem Waldbrandschutzexperten zufolge auch viele Waldbrände, doch die Ursachen für deren Ausbruch seien andere gewesen. So wurden etwa im Jahr 1976 1259 Waldbrände auf einer Fläche von 2296 Hektar registriert, wie aus einer Waldbrandstatistik hervorgeht. 1992 waren es 1024 Feuer auf einer Gesamtfläche von 1296 Hektar. Damals sei beispielsweise die forstwirtschaftliche Nutzung noch eine andere gewesen, zudem seien Truppenübungsplätze noch aktiv genutzt worden, erklärte Haase. Nun hätten sich die Brandursachen verschoben. «Heute gibt es einen höheren Anteil an Selbstentzündungen immer älter werdender Munition und mehr Brandstiftung.»

© dpa
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