Auf der Suche nach der Gottesanbeterin

So selten ist die Wärme liebende Europäische Gottesanbeterin in heimischen Gefilden gar nicht mehr. Tausende Sichtungen gibt es in Brandenburg. Und die Forscher hoffen auf noch mehr Meldungen aus der Bevölkerung.
Eine Gottesanbeterin ist im Naturkundemuseum zu sehen. © Jens Büttner/zb/dpa/Symbolbild

Wer einer Gottesanbeterin in Berlin und Brandenburg begegnet, sollte den Fund nicht für sich behalten. Das Naturkundemuseum in Potsdam bittet um Mithilfe und ruft erneut dazu auf, Sichtungen zu melden. «Wir haben im Zuge der aktuellen klimatischen Veränderungen die Chance, die Ausbreitung einer Art mitzuerleben», sagte Dirk Berger, Biologe im Naturkundemuseum, laut Mitteilung vom Mittwoch.

Die Gottesanbeterin ist vor allem im Süden Brandenburgs recht weit verbreitet. Aber auch im Potsdamer Stadtgebiet sowie in Berlin werde die Art immer häufiger nachgewiesen, hieß es. Laut Naturschutzbund Deutschland ist das Insekt Gewinner des Klimawandels.

Die ursprünglich aus Afrika stammende Europäische Gottesanbeterin liebt die Wärme und verträgt die Trockenheit. Von August bis in den Oktober hinein sei die beste Zeit, erwachsene Gottesanbeterinnen zu entdecken, hieß es.

Seit Beginn des Citizen-Science-Projektes «Gottesanbeterin gesucht!» gingen mehr als 2500 Fundmeldungen in die Datenbank des Naturkundemuseums Potsdam ein, wie die Stadt mitteilte. In diesem Jahr seien es bereits mehr als 90 Meldungen gewesen.

Die Gottesanbeterin (Mantis religiosa) faltet ihre Fangarme, als ob sie beten wollte - so kam die Fangschrecke zu ihrem Namen. Sie ernährt sich vor allem von Insekten und Spinnen und ist eine gut getarnte Jägerin. Ihre versteckte Lebensweise mache die Suche nach ihr so schwierig. Deshalb sei die Wissenschaft auf Fundmeldungen aus der Bevölkerung angewiesen, teilte das Naturkundemuseum mit.

Die erste Gottesanbeterin wurde in Brandenburg laut Experten des Museums im Jahr 2007 gefunden. Aus den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße, Elbe-Elster, Dahme-Spreewald, Teltow-Fläming und der kreisfreien Stadt Cottbus lägen derzeit die meisten Sichtungen vor. Auch aus anderen Bundesländern wird gemeldet, dass sich die Gottesanbeterin ausbreitet, etwa in Sachsen-Anhalt

© dpa
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