Energiekrise: In Brandenburgs Kirchen wird es kälter

Auch die Kirchen trifft die Energiekrise: Müssen die Gläubigen im Winter während der Gottesdienste frieren? Evangelische und katholische Kirche überlassen die Entscheidung den Gemeinden, geben aber klare Empfehlungen.
Der Innenraum der protestantischen Dorfkirche von Gadow nahe Wittstock/Dosse. © Christoph Soeder/dpa/Archivbild

Wer in den kommenden Wochen und Monaten in Brandenburg eine Kirche besucht, muss mit deutlich niedrigeren Temperaturen rechnen. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab, empfehlen sowohl die evangelische wie die katholische Kirche ihren Gemeinden, insbesondere wegen der aktuellen Energiekrise die Temperatur in den Kirchengebäuden zu senken oder am besten ganz auf das Heizen zu verzichten.

Wie die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) mitteilte, ist die Entscheidung über eine Absenkung der Temperatur grundsätzlich den einzelnen Gemeinden überlassen. Die EKBO empfiehlt eine Grundtemperatur von fünf bis acht Grad in Kirchenräumen. Bei einer Nutzung durch Gottesdienste soll auf maximal zwölf Grad geheizt werden, bei Konzerten wegen der Aufführungsbedingungen maximal auf 18 Grad.

Das katholische Erzbistum Berlin empfiehlt ebenfalls eine Absenkung der Temperatur auf fünf Grad. Grundsätzlich sei zu prüfen, ob Kirchenräume überhaupt beheizt werden müssten. «Wagen Sie einen Versuch!», heißt es in den Handlungsempfehlungen zur Energieeinsparung.

Auch die katholischen Bistümer Görlitz und Magdeburg, deren Gebiete jeweils Teile des Landes Brandenburg umfassen, richten sich nach den Empfehlungen, die die Bauabteilungen der katholischen Bistümer in Deutschland gemeinsam erarbeitet haben. Darin wird ebenfalls ein weitgehender Verzicht auf das Beheizen von Kirchen und eine maximale Temperatur von fünf Grad empfohlen.

Damit die Bausubstanz, die Kirchenorgel oder künstlerisch wertvolles Inventar keinen Schaden nehmen, soll die Luftfeuchtigkeit in Kirchengebäuden zwischen 45 und 70 Prozent betragen, heißt es übereinstimmend in den Empfehlungen beider Konfessionen.

Ferner empfehlen die Kirchen, auf unmittelbare Sitzbankheizungen umzurüsten oder Gottesdienste gleich in kleinere Räume, zum Beispiel Kapellen, zu verlegen. Falls das nicht möglich ist, raten die Kirchen, für die Nutzungszeit Decken oder Kissen auszulegen. Für viele Kirchgänger dürfte das längst Alltag sein: Die meisten Kirchen der EKBO sind den Angaben zufolge ohnehin nicht beheizt.

© dpa
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