Kinemathek sichert Roger Willemsens frühe TV-Interviews

Als Roger Willemsen vor sechs Jahren starb, gehörte er zu den bekanntesten deutschen Intellektuellen. Die Deutsche Kinemathek in Berlin will nun seine frühen Fernsehinterviews zugänglich machen.
Der Publizist und Moderator Roger Willemsen steht an einem Fenster auf der Leipziger Buchmesse. © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Die Deutsche Kinemathek in Berlin will frühe Fernsehinterviews von Roger Willemsen (1955-2016) wieder zugänglich machen. Dutzende Folgen seines Talkformats «0137» wurden digitalisiert. «130 Sendungen, die bislang als verschollen galten, können Sie bei uns im Haus, in der Mediathek Fernsehen, in voller Länge anschauen», teilte das Museum mit. Die Kinemathek habe dafür die Museumsrechte erworben.

Die Sammlung «Fokus Roger Willemsen» soll am Donnerstagabend eröffnet werden. Mit dem Talkformat «0137» habe Willemsen Anfang der 1990er Jahre seine Fernsehkarriere gestartet. Der Bezahlsender Premiere habe die Talkshow unverschlüsselt gesendet, um das Interesse potenzieller neuer TV-Abonnentinnen und TV-Abonnenten zu wecken, erklärte die Kinemathek. «1994 wurde die Produktion eingestellt.»

Danach seien die Aufzeichnungsbänder im Archiv des Senders - heute heißt er Sky - verschwunden. «In Zusammenarbeit mit dem «0137»-Produzenten Markus Peichl konnte die Deutsche Kinemathek nun eine umfangreiche Sendungsauswahl für die Sammlung Fernsehen digitalisieren und der Öffentlichkeit wieder zugänglich machen.» Die Folgen soll man vor Ort gucken können.

Willemsen gehörte zu den bekanntesten deutschen Intellektuellen. Zu seinen Büchern zählen beispielsweise «Das Hohe Haus» und «Momentum», im Fernsehen hatte er auch Sendungen wie «Willemsens Woche» moderiert. Willemsen starb im Februar 2016 im Alter von 60 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Heute ist in seiner Villa in Wentorf bei Hamburg ein Künstlerhaus untergebracht. Die Akademie der Künste in Berlin verwaltet seinen künstlerischen Nachlass.

© dpa
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