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Saleh warnt vor dauerhaften Großunterkünften für Geflüchtete

SPD-Landeschef Saleh sieht in Großunterkünften für Geflüchtete ein gravierendes Hindernis für deren Integration. Nach seiner Überzeugung dürfen sie allenfalls eine Notlösung sein.
Landesparteitag der SPD Berlin
Raed Saleh (SPD), Landesvorsitzender, spricht beim Landesparteitag der SPD Berlin. © Joerg Carstensen/dpa

Nach Überzeugung von SPD-Landeschef Raed Saleh dürfen Großunterkünfte für Geflüchtete auf keinen Fall zur Dauerlösung werden. «Ich kann nur davor warnen, dass wir die Fehler bei der Integration der vergangenen Jahrzehnte wiederholen. Wir haben erlebt, wie es funktioniert, und wir haben auch erlebt, wie es nicht funktioniert», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Die großen Unterkünfte, die es in den 80er Jahren für die Libanonflüchtlinge gegeben hat, die Tatsache, dass man zwei getrennte Welten hatte zwischen den Geflüchteten und denen, die schon hier leben, dass es da gar keine Berührung gab, hat nicht zur Integration beigetragen.»

Saleh hält die Abschottung von Geflüchteten für falsch

Deswegen brauche man neben den Großunterkünften, die nur eine Notlösung seien, kleinere Unterkünfte in den Bezirken. «Wo die Kinder gemeinsam in die Schule gehen können, wo die Eltern ins Gespräch kommen, wo die Nachbarn sagen: Ich unterstütze die Kinder, indem ich ihnen Deutsch beibringe», so der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende. «Integration hat immer dann funktioniert, wenn man zügig ein schnelles, gutes Miteinander organisiert hat.»

«Wir brauchen deshalb ein ernsthaftes Vorgehen des gesamten Senats mit Blick auf die zügige Unterbringung auch in den Bezirken», forderte Saleh. Der schwarz-rote Senat setzt aktuell vor allem auf den massiven Ausbau der Kapazitäten der großen Geflüchtetenunterkünfte auf dem Gelände der Flughäfen in Tegel und Tempelhof und auf Hostels und Hotels.

Der SPD-Politiker wirbt für möglichst schnelle Integration

«Großunterkünfte als Notlösung sind nicht neu», sagte der SPD-Politiker. «Trotzdem muss das Ziel sein, mittelfristig, den Geflüchteten in den Bezirken in kleineren Unterkünften ein Dach über dem Kopf zu geben, da, wo Integration in die Gesellschaft vor Ort am besten gelingt.»

Wenn Integration funktioniert habe, habe das Deutschland immer stärker gemacht. «Aber da, wo man Integration nicht von Anfang an möglich gemacht hat in den Arbeitsmarkt, im Bereich Bildung, Ehrenamt, Nachbarschaft, da, wo es Parallelgesellschaften gab, hat es uns nicht stärker gemacht», sagte Saleh. «Deswegen darf man die Großunterkünfte nicht als dauerhafte Lösung betrachten.»

Sozial- und Integrationssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) hatte am Freitag erklärt, angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen sei eine dezentrale Unterbringung derzeit nicht möglich. Der Senat halte aber an dem Ziel fest, Menschen auch menschenwürdig in Wohnungen unterzubringen. «Aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es so, dass wir beschlossen haben, die Großunterkünfte zu erweitern.»

© dpa
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