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Ratlose Unioner wie Gewinner gefeiert: «Wurm ist drin»

Die sportliche Krise beim 1. FC Union Berlin verschärft sich. Das Champions-League-Spiel gegen Braga endet wie die Premiere in Madrid: mit einem späten Gegentor. Die Spieler wirken hilflos.
1. FC Union Berlin - SC Braga
Unions Sheraldo Becker nach dem Spiel bei den Fans. © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Auf dem Rasen blickten die enttäuschten Profis des 1. FC Union Berlin ratlos in den Berliner Nachthimmel. Auf den Tribünen feierten die über 73.000 Köpenicker Fans ihre Mannschaft minutenlang wie Gewinner. Dass die Eisernen kurz zuvor beim 2:3 (2:1) gegen den SC Braga auch ihr zweites Champions-League-Spiel in letzter Sekunde verloren hatten, ließ sich bei diesem Anblick nicht einmal annähernd erahnen. Doch die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Zwei Niederlagen in der Königsklasse, zweimal wäre mehr drin gewesen: Tabellenletzter der Gruppe C mit null Punkten.

«Es ist der Wurm drin. Es will einfach nicht sein», sagte Mittelfeldspieler Janik Haberer, als er in Badeschlappen durch die Interviewzone schlurfte. Eine wirkliche Erklärung für die sechste Pflichtspiel-Niederlage nacheinander hatte der 29-Jährige nicht. «Klar, die Chancenverwertung ist irgendwie ein Thema», sagte Haberer zögernd mit Blick auf zahlreiche Tormöglichkeiten in der Schlussphase. Selbst nach der 2:0-Führung hätten die Köpenicker noch nachlegen können. Stattdessen mussten sie den Ausgleich und später die Niederlage hinnehmen. «Aus jedem Schuss aufs Tor kriegen wir derzeit Gegentore. Es nagt an einem», gestand der Mittelfeldspieler.

Dabei hatte alles so gut begonnen. Sheraldo Becker (30. Minute/37.) hatte die umjubelten Berliner Premieren-Treffer in der Königsklasse erzielt. Sikou Niakaté (41.), Armindo Bruma (51.) und André Castro (90. +4) drehten die Partie. «Ich zähle drei hundertprozentige Möglichkeiten, wieder in Führung zu gehen. Und bei den drei Gegentoren haben wir einfach nicht gut verteidigt», sagte Union-Trainer Urs Fischer.

Um möglichst vielen Unionern eine Karte anzubieten, war der Hauptstadt-Club in die Spielstätte von Lokalrivale Hertha umgezogen. In der Arena angekommen, sahen die Fans einen mutigen Beginn ihrer Mannschaft. Von Verunsicherung nach zuvor fünf Pflichtspiel-Niederlagen war keine Spur.

Nachdem Kevin Behrens aus aussichtsreicher Position gescheitert war, nutzte Becker nach einem Konter schließlich seine zweite Großchance - und erzielte das erste Champions-League-Tor in der Union-Vereinsgeschichte. In der Folge drehte der Kapitän richtig auf und schloss nach dem nächsten perfekten Konter abgeklärt ab. Die in der Bundesliga vermisste Effizienz war zurück - dachten die Union-Fans zu diesem Zeitpunkt. Das Gegentor durch einen Abstauber von Niakaté fiel aus dem Nichts.

Nach der Pause drückten die Gäste aus dem Süden Europas auf den Ausgleich. Aus dem Spiel ging nicht viel, also musste ein einstudierter Standard helfen: Nach einer langen Ecke landete der Ball beim Ex-Leipziger Bruma, der den Ball aus rund 25 Metern sehenswert in den Torwinkel schlenzte. Union war verunsichert. Das Selbstvertrauen aus der Anfangsphase war dahin.

Das Spiel kippte und Union hatte immer mehr Probleme mit dem Offensivspiel der Portugiesen. Torhüter Frederik Rönnow (61.) verhinderte einen Rückstand. Nun waren vor allem die Spieler mit Champions-League-Erfahrung gefordert und Trainer Fischer brachte Kevin Volland. Der Mittelstürmer, der schon viele Königsklassen-Auftritte mit Bayer Leverkusen hatte, kam prompt aus zentraler Position zum Abschluss, traf aber genau Braga-Keeper Matheus (70.).

Angefeuert von lauten Sprechchören liefen die Eisernen in der Schlussphase unermüdlich an. Doch Brenden Aaronson (86.) köpfte nur neben das Tor. Braga verteidigte leidenschaftlich und schaffte in letzter Sekunde durch einen Flachschuss von Castro sogar noch den Sieg.

© dpa ⁄ Jordan Raza und Thomas Flehmer, dpa
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