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Rapper Salomo: Antisemitismus zu lange ausgeblendet

Die Stimmung bei der Israelwoche mit brandenburgischen Schülerinnen und Schülern ist bedrückt. Die Diskussionen sind überschattet vom beispiellosen Blutbad der Hamas-Terroristen in Israel. Jüdinnen und Juden sind geschockt. Und es gibt Forderungen, Antisemitismus in Deutschland stärker zu bekämpfen.
Davidstern
Ein Davidstern hängt an einer Wand im Gebetsraum einer Synagoge. © David Inderlied/dpa/Symbolbild

Der in Israel geborene Rapper Ben Salomo hat Politik und Gesellschaft in Deutschland aufgefordert, stärker gegen Antisemiten und Rechtsextremisten vorzugehen. Jüdinnen und Juden spürten deutschlandweit seit Jahren Antisemitismus, sagte Salomo am Montag in Oranienburg zum Auftakt der Israelwoche der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin und Brandenburg. An vielen Orten sei das zu lange ausgeblendet worden. «Das muss sich ändern.»

Es gebe auch zu wenige Städtepartnerschaften mit Israel, sagte Salomo. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Israel müsse verstärkt werden.

Die Israelwoche, bei der Referenten jüdischen Glaubens mit Schülerinnen und Schüler über Antisemitismus diskutieren, stand unter dem Eindruck des verheerenden Großangriffs der Terrororganisation Hamas auf Israel und begann in bedrückter Stimmung.

Salomo sagte: «Allein gestern habe ich unzählige Nachrichten über meine sozialen Netzwerke erhalten, in denen mich Menschen bedrohen.» Er sei durch seine Tätigkeit als Referent zum Thema Antisemitismus seit Jahren «eine Schutzperson des deutschen Staatsschutzes, weil ich viele Morddrohungen bekomme». Salomo schilderte: «Ich versuche, stark und stabil zu bleiben, aber innerlich bin ich sehr aufgewühlt, sehr wütend, ich bin traurig fassungslos, geschockt».

Der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin-Brandenburg, Jochen Feilcke, sagte: «Die Stunde der Solidarität ist gekommen.» Eine Absage der Israelwoche komme nicht infrage. «Jetzt erst recht», sagte Feilcke. In der Stadt Oranienburg, die eine Partnerschaft mit einer israelischen Stadt hat, wurde die israelische Flagge vor dem Schloss gehisst. Mit der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Sachsenhausen hält Oranienburg die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen wach.

Die in Rostock geborene und in Tel Aviv lebende Schriftstellerin Katharina Höftmann-Ciobotaru, die zum Judentum konvertierte, schilderte, dass sie bereits Angriffe und Terroranschläge in Israel erlebt habe. «Ich weiß, was Angst ist.» «Trotzdem, was in Israel gerade passiert, ist nicht vergleichbar mit irgendeinem Ereignis, das vorher passiert ist.»

Angesichts des Terror-Angriffs schilderte die Autorin ihre Gefühlswelt. «Die Situation ist extrem», sagte sie. «Ich würde viel lieber in Israel sein, gleichzeitig bin ich froh, dass ich da nicht sein muss.» Sie habe gerade auch eine Nachricht erhalten, dass es Raketenalarm in Tel Aviv gebe, sagte sie während der Veranstaltung.

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Berlin-Brandenburg will mit der Israelwoche vor allem Jugendliche erreichen. Der Rapper Salomo und andere Referenten diskutieren bis Freitag noch in anderen brandenburgischen Städten mit Schülerinnen und Schülern.

© dpa
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