Schwager aus Rache angegriffen? Angeklagter gibt Schüsse zu

Nach Schüssen auf einen 37-Jährigen in Berlin-Spandau hat am Dienstag der Prozess gegen einen Schwager des Opfers begonnen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte durch den mutmaßlichen Angriff die Trennung des 37-Jährigen von seiner Schwester rächen und die «Familienehre» wiederherstellen wollte. Die Anklage lautet auf versuchten Mord. Der 36-jährige Angeklagte erklärte am Dienstag vor dem Berliner Landgericht, er sei die Person, die geschossen habe. Sein Verhalten bereue er sehr. Zu einem späteren Zeitpunkt werde er weitere Angaben machen.
Eine Statue der Justitia steht mit Waage und Schwert in der Hand. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Der Angeklagte mit türkischer Staatsbürgerschaft soll seinen Schwager, der nach acht Jahren Ehe aus der Familienwohnung ausgezogen war, am 14. Januar dieses Jahres attackiert haben. Er habe den Mann auf der Straße verfolgt und dann mit einer Pistole unvermittelt mindestens zwei Mal in den Rücken geschossen, heißt es in der Anklage. Anschließend habe sich der 36-Jährige zu dem Opfer begeben und weitere Kugeln abgefeuert. Dabei habe er den 37-Jährigen im Becken-, Bauch- und Beinbereich getroffen.

Ärzte hatten bei dem 37-Jährigen fünf Einschüsse festgestellt. Der Kfz-Mechatroniker schilderte als erster Zeuge im Prozess, er sei eine Woche lang im Krankenhaus behandelt worden. Bis heute habe er mit den Folgen einer Beinverletzung zu tun. Er und der Angeklagte würden sich seit ihrer Kindheit kennen. Bereits am Tatort sei er sich sicher gewesen, dass es sich bei dem maskierten Schützen um seinen einstigen Freund gehandelt habe. Nach ersten Schüssen habe er ein «dumpfes Gefühl» im Rücken gespürt. Es sei dann zu einer kurzen Rangelei und weiteren Schüssen gekommen.

Der Zeuge sagte weiter, er habe die Ehe mit der Schwester des Angeklagten nicht mehr fortführen wollen. «Es kam zu Drohungen», so der 37-Jährige. Er habe eine gütliche Einigung über den Umgang mit den beiden gemeinsamen Kindern angestrebt, «aber es wurde kein Konsens gefunden». Bei der Polizei soll der 37-Jährige zu Protokoll gegeben haben, sein Noch-Schwager habe ihm gegenüber erklärt: «Meine ganze Familie macht mich verantwortlich, weil ich meine Schwester in deine Hand gegeben habe.» Der Prozess wird am 30. September fortgesetzt.

© dpa
Weitere News
Top News
People news
US-Justiz: Prozess gegen Schauspieler Danny Masterson endet ergebnislos
Fußball news
Fußball-WM: Tunesiens «bitterer» Stolz: WM-K.o. an historischem Tag
Tv & kino
Schauspielerin: Christiane Hörbiger mit 84 Jahren gestorben
Gesundheit
Geistiger Abbau: Neues Medikament: Fortschritt bei Alzheimer-Therapie
Internet news & surftipps
Mails, SMS & Co: Ermittler sollen in EU leichter an Daten kommen
Tv & kino
Schauspieler: Hugh Grant erinnert sich ungern an eine Tanzszene
Auto news
EU-Label und Tests: Bei Reifensuche auf Energieeffizienz achten
Das beste netz deutschlands
Rollenspiel-Abenteuer: «Potionomics»: Fröhliches Tränkebrauen in der Hexenküche
Empfehlungen der Redaktion
Regional berlin & brandenburg
Berlin: Prozess startet: Mord im Streit um Sorgerecht für Kinder?
Regional baden württemberg
Prozess: Tötung des Schwagers: Mann legt Geständnis vor Gericht ab
Regional hamburg & schleswig holstein
Landgericht Kiel: Schüsse auf Nebenbuhler: Anwalt bestreitet Tötungsabsicht
Regional berlin & brandenburg
Prozessbeginng: Schüsse auf Baumarkt-Parkplatz - Angeklagte schweigen
Regional berlin & brandenburg
Landgericht: Tödliche Familienfehde: Mutmaßlicher Schütze gesteht
Regional hamburg & schleswig holstein
Prozess: Urteil erwartet: Mordversuch im Streit unter Nachbarn
Panorama
Kriminalität: Todesschütze von Fischerhude vor Gericht
Regional mecklenburg vorpommern
Landgericht Rostock: Dreifachmord in Rövershagen: Angeklagter widerruft alles