Prozess um Mord an Afghanin: DNA-Mischspur im Fokus

Im Fall einer getöteten Mutter aus Afghanistan ist eine DNA-Mischspur für die Ermittler zu einem Indiz geworden. Eine DNA-Sachverständige erläuterte am Freitag vor dem Berliner Landgericht die aufwendigen Analysen. «Alles konzentrierte sich auf eine Spur, die am Klebebandkomplex Handgelenk sichergestellt wurde», sagte die Expertin vom Landeskriminalamt Berlin. Es sei eine DNA-Mischspur festgestellt worden, die auf das Opfer sowie mit Wahrscheinlichkeit auf einen der Angeklagten weise. Allerdings sei nur wenig DNA-Material vorhanden gewesen.
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Laut Staatsanwaltschaft sollen die beiden 27- und 23-Jährigen ihre Schwester umgebracht haben, weil sie sich Moralvorstellungen der Familie nicht unterworfen und zudem eine Liebesbeziehung geführt habe. Die Anklage lautet auf gemeinschaftlichen Mord aus niedrigen Beweggründen. Die Brüder sollen ihre Schwester am 13. Juli 2021 an einem bislang nicht bekannten Ort getötet, deren Leiche in einem Rollkoffer mit einem Taxi zum Bahnhof Berlin-Südkreuz und dann per ICE nach Bayern gebracht haben.

Rund drei Wochen später wurde die Leiche - mit Klebeband an Händen und Füßen gefesselt, Mund und Nase mit Klebeband umwickelt - in einem Erdloch in der Nähe des bayrischen Wohnortes des älteren Angeklagten entdeckt. Die Brüder schweigen bislang zu den Vorwürfen.

Die Sachverständige erklärte, am Klebeband, mit dem die Getötete gefesselt war, sei ein abgerissenes Stück eines Einweghandschuhs sichergestellt worden. Dieser Rest einer Fingerkuppe sei zwischen zwei Klebebandschichten eingeklemmt gewesen. Das Stück sei «herauspräpariert» und analysiert worden. Die Expertin sprach von einem «DNA-Profil an der Grenze des Machbaren». Weitere für die Ermittlungen relevante DNA-Spuren seien nicht gefunden worden.

Inzwischen zeichnet sich ab, dass sich der seit rund fünfeinhalb Monaten laufende Prozess weiter in die Länge ziehen wird. Das Landgericht terminierte weitere Verhandlungstage bis in den Dezember hinein. Der Prozess wird am 1. September fortgesetzt.

© dpa
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