Unfall mit Heißluftballon: 69-Jähriger am Boden erschlagen

Ein Ballonflug im brandenburgischen Beelitz endet für einen Mann tödlich. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.
Ein Polizist inspiziert einen verunfallten Heißluftballon. © Cevin Dettlaff/dpa

Bei einem tragischen Unfall vor dem Start eines Heißluftballons ist ein 69-jähriger Mann in Beelitz (Brandenburg) ums Leben gekommen. Der Heißluftballon geriet auf dem Ballonlandeplatz vor dem Start außer Kontrolle, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Demnach war er an einem Auto mit Anhänger festgemacht und vermutlich von einem Windstoß über den Platz mitgerissen worden. Der 69-Jährige wurde von dem umher schleudernden Gespann aus Auto und Anhänger getroffen und tödlich verletzt.

Der 59-jährige Fahrer des Heißluftballons befand sich während des Unfalls am Montagabend im Korb. Die wartenden Fahrgäste erlitten einen Schock und wurden von Notfallseelsorgern versorgt. Der Heißluftballon war für die Fahrt fertig gemacht worden und sollte in Kürze starten.

Insgesamt waren nach Angaben eines Polizeisprechers etwa ein Dutzend Menschen vor dem Start an dem Heißluftballon versammelt. Warum der 69-Jährige sich dort befand - also ob er etwa Fahrgast war oder ein Zuschauer -, dazu gab es zunächst keine Informationen. Die Polizei habe gegen Verantwortliche ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet.

Nach Angaben eines Experten ist es ein übliches Verfahren, den Ballon während der Befüllung vor dem Start am Zugfahrzeug festzumachen. «Wichtig ist die Befestigung vorne am Fahrzeug und nicht etwa an dem leichteren Anhänger, auf dem der Ballon zum Startpunkt gefahren wird», sagte der Luftfahrt-Sachverständige Robert Meyknecht, der auch Geschäftsführer des Ballon-Herstellers «geo - Die Luftwerker» ist.

Wichtig sei, dass die wartenden Fahrgäste nicht zu nah am Korb stünden, der von Windböen erfasst werden und herumgeschleudert werden könnte. Die Befestigung an einem stehenden Fahrzeug sei aber ein sehr sicheres und das übliche Verfahren, erklärte Meyknecht.

Der Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth sprach den Angehörigen des Unfallopfers im Namen der Stadtverwaltung sein Beileid aus. «Die Heißluftballone über Beelitz gehören seit vielen Jahren zum Stadtbild und erfreuen die Beelitzer und Touristen gleichermaßen», sagte Knuth. «Umso tragischer ist der gestrige Unfall mit tödlichem Ausgang, der uns alle sehr betroffen macht.»

Der betroffene Ballonfahrt-Anbieter war am Dienstag nicht erreichbar. Per telefonischer Bandansage wurde lediglich darüber informiert, dass vereinbarte Ballonfahrten «auf Grund von internen Ereignissen» abgesagt seien.

© dpa
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