Barmer: Nachfrage nach cannabishaltigen Arzneimitteln sinkt

01.04.2022 Anträge auf cannabishaltige Arzneimittel sind in Brandenburg laut einer Analyse der Barmer deutlich gesunken. Demnach lagen im Jahr 2019 noch 357 Anträge vor, 2020 waren es 307, teilte die Krankenkasse am Freitag mit. Im vergangenen Jahr lag die Zahl den Angaben zufolge bei 281 Anträgen auf cannabishaltige Arzneimittel. Insgesamt hat die Krankenkasse seit Inkrafttreten des Cannabis-Gesetzes im März 2017 bis Ende vergangenen Jahres 1416 Anträge erhalten. Davon wurden rund 80 Prozent bewilligt, wie die Barmer weiter mitteilte.

Eine Patientin öffnet einen Grinder, mithilfe dessen medizinisches Cannabis zerkleinert wurde. © Philipp von Ditfurth/dpa

Laut der Krankenkasse waren die Erwartungen zu Beginn hoch. Zunächst hätten aber Erfahrungen gesammelt werden müssen. In einem therapeutischen Gesamtkonzept könne Cannabis einen wichtigen Beitrag leisten, sagte die Barmer-Landesgeschäftsführerin für Berlin und Brandenburg, Gabriela Leyh - etwa bei der Behandlung von Schmerzen, von Spastiken oder von Übelkeit und Erbrechen in Zusammenhang mit einer Krebstherapie.

Cannabis sei jedoch kein Allheilmittel. «Der große Hype um Cannabis scheint vorbei zu sein und es wird gezielter eingesetzt», sagte Leyh. Auch in Zukunft seien weitere Studien erforderlich, um die komplexen Wirkmechanismen von Cannabis besser zu verstehen und diese in Behandlungskonzepte zu integrieren.

Insgesamt etwa 8000 Versicherte bei der Barmer haben in Brandenburg zwischen März 2017 und November 2021 rund 9000 Verordnungen für cannabishaltige Arzneimittel im Wert von etwa 4,1 Millionen Euro erhalten.

Medizinisches Cannabis ist in Deutschland seit 2017 erlaubt und darf von Ärzten verschrieben werden, etwa zur Schmerzlinderungen bei Schwerkranken. Die Krankenkassen übernehmen Kosten für Therapien in den meisten Fällen. Der staatliche organisierte Verkauf von Cannabis zu medizinischen Zwecken an Apotheken in Deutschland hatte im Juli des vergangenen Jahres begonnen. Apotheken können über das Portal www.cannabisagentur.de medizinisches Cannabis in pharmazeutischer Arzneimittelqualität zur Versorgung von Patienten vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beziehen.

© dpa

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