Marathon-Star Kipchoge würde gern einmal mit Obama laufen

Eliud Kipchoge ist vier Jahre nach seinem Weltrekordlauf wieder der Star beim Berlin-Marathon. Den Kenianer umgebe eine besondere Aura, sagt Europameister Richard Ringer. Als Laufpartner wünscht sich Kipchoge einen früheren US-Präsidenten.
Eliud Kipchoge läuft über die Ziellinie beim Berlin Marathon. © Soeren Stache/dpa/Archivbild

Auf die Frage einer ukrainischen Journalistin, mit wem er gern einmal zusammen laufen würde, antwortete Eliud Kipchoge so schnell, wie er sonst zu Fuß unterwegs ist: Barack Obama. «Ich lade ihn dafür nach Kenia ein», sagte der zweimalige Marathon-Olympiasieger vor seinem Start an diesem Sonntag (9.15 Uhr/ARD und RBB) in Berlin. Dann will der 37-Jährige seinen 2018 aufgestellten offiziellen Weltrekord von 2:01:39 Stunden angreifen.

Warum er sich für den ehemaligen US-Präsidenten entscheiden würde, erklärte Kipchoge in seiner stets ruhigen und zurückhaltend wirkenden Art so: «Er ist ein Charakter der Hoffnung, der Inspiration, der Einigung.» Für Obama spiele es keine Rolle, ob jemand rot, weiß oder schwarz sei. Der als Basketball-Fan bekannte 61-jährige Obama ist zudem der Sohn eines kenianischen Vaters.

Es sind auch solche Aussagen, die Kipchoge selbst neben seinen außergewöhnlichen Leistungen Charisma verleihen. «Ihn umgibt durch seine Erfolge auch eine besondere Aura», sagte der deutsche Marathon-Europameister Richard Ringer dem «Spiegel». Ringer kam im Vorjahr bei Olympia in Tokio siebeneinhalb Minuten nach Kipchoge ins Ziel und belegte Platz 26.

«Mich beeindruckt, wie gut es ihm gelingt, sich nur auf sich und seine Leistung zu konzentrieren, obwohl er sehr viel Medienstress hat», erklärte Ringer. «Er enttäuscht einfach nie.» In einem Rennen habe Kipchoge immer genug Platz für sich: «Niemand würde auch nur auf die Idee kommen, ihm im Weg zu stehen oder irgendwie zu schaden. Da wird eher ein roter Teppich ausgerollt. Er ist der Star.»

2019 hatte Kipchoge in Wien in einem Lauf unter Laborbedingungen sogar schon die zwei Stunden unterboten. Er sei kein Freund solcher Läufe, weil sie ein echtes Rennen nicht ersetzen könnten, erklärte Ringer. «Aber diese Experimente führen trotzdem dazu, dass unser Sport eine enorme Aufmerksamkeit erhält. Kipchoge hat den Laufsport noch einmal weiterentwickelt.»

© dpa
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