Evakuierung wegen Bombenentschärfung fast abgeschlossen

In Berlin-Moabit ist eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Die Polizei rechnet für den Nachmittag mit der Entschärfung.
Ein Polizeiwagen informiert Anwohner während eine Person von der Feuerwehr unterstützt wird. © Annette Riedl/dpa

Die Vorbereitungen auf die Entschärfung einer amerikanischen Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Berlin-Moabit laufen nach Angaben der Polizei auf Hochtouren. Die Evakuierung des Sperrkreises rund um den Fundort sei weitgehend abgeschlossen, sagte ein Polizeisprecher am Montagvormittag der Deutschen Presse-Agentur. «Wir kommen gut voran, wir sind aktuell bei 90 Prozent und schauen, dass wir die letzten Anwohner und Gewerbetreibenden aus dem Bereich noch rauskriegen.»

Aktuell sei noch ein Lautsprecherwagen im Einsatz, der die Menschen im Sperrkreis über die Evakuierung informiere. «Parallel dazu laufen seit heute Morgen um acht die Kollegen von Haus zu Haus und klopfen an jeder Wohnungstür.» Nach Ende der Evakuierung würden die Sprengmeister informiert, dass sie sich an die Arbeit machen könnten.

Rund um die 50-Kilogramm-Bombe sollen mit 60.000 Liter Wasser befüllte Kissen platziert werden. Auf diese Weise lasse sich die Sprengwirkung der Bombe abschwächen, sagte der Polizeisprecher. Die kontrollierte Zündung der Weltkriegsbombe wird für den Nachmittag erwartet. Weil die Zünder der Bombe beschädigt seien, könnten sie nicht wie üblich entfernt werden, um die Bombe anschließend abzutransportieren. In diesem Fall solle sie am Fundort kontrolliert gezündet werden.

Die Bombe wurde bei Bauarbeiten an der Sickingenstraße westlich der Beusselstraße gefunden. Der Sperrkreis, den alle Anwohner verlassen müssen, hat einen Radius von 500 Metern um den Fundort. Den Angaben zufolge sind rund 9000 Menschen betroffen, die dort wohnen oder arbeiten. In der Gegend gibt es auch zahlreiche Büros und Gewerbebetriebe.

Erschwerend kommt hinzu, dass auch zahlreiche ältere und in ihrer Gehfähigkeit eingeschränkte Menschen den Sperrkreis verlassen müssen. Die Krankentransporte koordiniert das Deutsche Rote Kreuz (DRK), beteiligt sind aber auch andere Hilfsorganisationen wie die Johanniter Unfallhilfe. «Seit acht Uhr sind die Krankentransporte im Dauerbetrieb», sagte der Katastrophenschutzbeauftragte des Bezirks Mitte, Konstantin Keesmann. Geplant waren rund 60 Transporte. «Beim Zeitplan sind wir im grünen Bereich.»

Außerdem sind zwei Shuttle-Busse für Menschen zum Einsatz gekommen, die nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen und deshalb eine Alternativunterkunft brauchen. Die Busse starteten an zwei Sammelpunkten unter anderem in der Sickingenstraße und waren Keesmann zufolge am Montagmorgen ebenfalls im Dauereinsatz.

Auswirkungen gibt es auch für den Hauptstadtverkehr: Die Berliner Verkehrszentrale teilte am Montagmorgen auf Twitter mit, der S-Bahnverkehr der S41 und S42 sei ab 11.00 Uhr zwischen den Haltestellen Beusselstraße und Westend eingestellt.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wiesen am Montag außerdem darauf hin, dass auch die drei Buslinien M27, 106 und 123 betroffen seien. Die M27 wird den Angaben zufolge zwischen den Haltestellen Rathaus Tiergarten und Goslarer Platz in beiden Richtungen umgeleitet. Die Linien 106 und 123 können auf ihren gewohnten Strecken fahren, halten jedoch nicht an der Haltestelle Wittstocker Straße.

© dpa
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