Brandenburg prüft nach Fischsterben Warn- und Meldeketten

Nach dem massenhaften Fischsterben in der Oder werden nach Angaben des Umweltministeriums in Brandenburg eigene Warn- und Meldeketten überprüft. Es gehe unter anderem darum, ob die bestehende Messpraxis neu bewertet und angepasst werden müsse, hieß es am Donnerstag. Das Nachrichtenmagazin «Spiegel» hatte zuvor berichtet, das Landesamt für Umwelt habe bereits Anfang August registriert, dass sich das Wasser der Oder verändert habe. Die Behörde sei aber tatenlos geblieben, hieß es unter anderem in dem Bericht.
Ein toter Blei liegt am frühen Morgen im flachen Wasser des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder. © Patrick Pleul/dpa

«Von den bis dahin in der automatisierten Messstelle in Frankfurt (Oder) gemessenen Werten allein war nicht von einem Fischsterben auszugehen», teilte dazu eine Ministeriumssprecherin mit. Auch in der Vergangenheit hatte es ihr zufolge schon deutlich hohe Werte gegeben, die auf Salzfrachten hingedeutet, aber kein Fischsterben in der Oder ausgelöst hätten. Erhöhte Salzkonzentrationen in der Oder gibt es dem Ministerium zufolge bereits seit vielen Jahrzehnten.

Die automatische Messstation Frankfurt (Oder) verzeichnete vom 7. zum 8. August einen Anstieg der Kurven bei den Parametern Leitfähigkeit, Sauerstoffgehalt und Chlorophyll. Diese waren laut Umweltministerium für sich allein noch nicht interpretationsfähig. Insbesondere lieferten sie mit Blick darauf, dass die Oder ohnehin wegen des extremen Niedrigwassers, starker Hitze und hoher Wassertemperaturen unter Stress stehe noch keine direkteren Hinweise. Die Werte seien aber weiter beobachtet worden.

Nach internationaler Vereinbarung hätte die polnische Seite das für die Oder geltende Meldesystem auslösen müssen, als ein massenhaftes Fischsterben Ende Juli dort bekannt wurde. Das habe Polen aber nicht zeitnah, sondern zu spät getan, stellte die Ministeriumssprecherin klar. Man hätte mit einer Warnung bessere Vorkehrungen treffen können, Sperren errichten.

Nun lieferten die Landesbehörden ständig Daten an die polnische Seite, von dort trafen am Donnerstagabend erste Untersuchungsergebnisse, die laut Umweltministerium jetzt abgeglichen werden.

© dpa
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