Weiter kleine Explosionen auf Sprengplatz: Autobahn gesperrt

Die Arbeit der Feuerwehr am explodierten und abgebrannten Sprengplatz der Berliner Polizei wird noch viele Tage dauern. Das Gelände ist unübersichtlich, überall liegen große Patronen. Und derzeit wird noch gekühlt, um erstmal die größten Gefahren zu verringern.
Polizei- und Feuerwehrautos stehen in der Nähe der Brandstelle am Sprengplatz der Berliner Polizei im Grunewald. © Fabian Sommer/dpa

Auch am sechsten Tag des Brandes auf dem Sprengplatz im Berliner Grunewald war die Lage noch gefährlich. Die Autobahn Avus, die etwa 500 Meter vom Sprengplatz entfernt ist, blieb Dienstag zunächst weiter gesperrt, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Das eigentliche Sprenggelände werde weiterhin nicht betreten. «Es ist noch zu gefährlich und es geht nur mühsam voran.» Nur mit einem Löschpanzer und Löschrobotern kühlte die Feuerwehr den Boden und die durch die Explosionen verstreute Munition und einige alte Weltkriegsbomben.

In der Nacht zum Dienstag wurden am Rande des Sperrgebietes wieder kleinere Brände gesichtet und kleinere Explosionen gehört. «Die Lage ist noch dynamisch», sagte ein Sprecher. Immer wieder würden Glutnester aufflammen. Die Feuerwehrleute löschten die Brände vom Rand des 550-Meter-Sperrkreises aus.

Das Gelände war am Dienstag schon deutlich kühler als am Montagmorgen, als noch Temperaturen von 140 Grad gemessen wurden. Aber einzelne Stellen seien immer noch sehr warm, hieß es. Wenn die Temperaturen dauerhaft unter 60 Grad bleiben würden, sei es möglich, den Sperrkreis zu verringern, sagte der Sprecher. Dann sei auch eine Freigabe der Autobahn möglich.

Ein Video der Feuerwehr, das bei Youtube veröffentlicht wurde, zeigte den Zustand des Waldes am Rand des Sprengplatzes mehrere Tage nach dem großen Brand am Donnerstag. Mit einem gepanzerten Fahrzeug der Polizei fuhren Experten dort entlang und filmten. Das Stück Wald auf den Aufnahmen war nicht abgebrannt. Meist lag auf dem Boden verkohltes Holz, auch Baumstämme waren zum Teil schwarz, aber gleichzeitig waren sehr viele grüne Blätter an den Ästen zu sehen. Offenbar hatte es dort nur am Boden gebrannt.

Am Dienstag waren wieder rund 250 Einsatzkräfte vor Ort: Feuerwehrleute, Polizisten mit Wasserwerfern, Angehörige des Technischen Hilfswerks (THW), der Bundeswehr, des Roten Kreuzes und der Forstverwaltung.

Auf dem Sprenggelände hatte die Polizei 30 Tonnen alte Granaten, Munition und beschlagnahmte Feuerwerkskörper gelagert. Das Feuer war in der Nacht zum Donnerstag ausgebrochen und hatte heftige Explosionen und einen Waldbrand ausgelöst. Die Ursache ist noch nicht bekannt.

Unklar ist, wann die Brandermittler vom Landeskriminalamt (LKA) auf das Gelände können, um zu untersuchen, ob es sich um Brandstiftung handeln könnte. Die Feuerwehr rechnet damit, dass das Löschen und Kühlen noch einige Tage dauert. Danach muss das Gelände gesichert und die Sprengstoff- und Munitionsreste entfernt werden.

© dpa
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