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Linke: Keine Austrittswelle wegen Wagenknecht-Partei

Sahra Wagenknecht kündigt eine eigene Partei an. Die Berliner Linke hält ihr einen «Egotrip» vor - und äußert sich gleichzeitig erleichtert.
Sebastian Walter
Brandenburgs Linke-Landeschef Sebastian Walter spricht im Landtag in Potsdam. © Soeren Stache/dpa

Die Berliner Linke sieht die Pläne der Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht zur Gründung einer eigenen Partei als Ergebnis eines jahrelangen «Egotrips» der Politikerin. Gleichzeitig zeigten sich die Landesvorsitzenden Franziska Brychcy und Maximilian Schirmer in einer Erklärung am Montag optimistisch, dass sich ihre Partei in Deutschland nach Zeiten heftigen Streits wieder mehr auf ihre Inhalte statt auf Personen konzentrieren kann.

Wagenknecht kündigte am Montag offiziell an, die Linke zu verlassen und eine neue Partei zu gründen, nachdem ihre Pläne bereits Mitte vergangener Woche bekanntgeworden waren. Vorstufe soll ein Verein «Bündnis Sahra Wagenknecht - Für Vernunft und Gerechtigkeit» sein.

Schirmer geht nicht davon aus, dass ihr aus dem Linke-Landesverband Berlin in größerer Zahl Unterstützer folgen. «Eine große Abwanderungsbewegung kann ich nicht erkennen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es werde keinen «großen Knall» geben.

Nach Angaben einer Linken-Sprecherin vom Montag liegen zu möglichen Parteiaustritten von Wagenknecht-Unterstützern in Berlin noch keine Angaben vor. Aber: «Wir haben seit Freitag 16 Neueintritte zu verzeichnen.» Das sei eine ungewöhnlich hohe Zahl.

Ob Mitglieder der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus die Partei verlassen werden, ist offen. Der Linken-Abgeordnete Alexander King aus Marienfelde gilt schon länger als Unterstützer Wagenknechts, sie kam im Juli zur Eröffnung seines Wahlkreisbüros. Eine Stellungnahme zu seinen Plänen lag am Montag nicht vor.

«Die quälende Hängepartie ist beendet und wir haben endlich Klarheit», erklärten die Linken-Landesvorsitzenden Brychcy und Schirmer zu Wagenknechts Ankündigung vom Montag. «Sahra Wagenknecht hat sich schon lange von linken Grundsätzen und aus dem Lager der Solidarität verabschiedet.» Auf diesem Weg haben es viel Streit gegeben. «Ihr unsolidarischer und verantwortungsloser jahrelanger Egotrip gipfelt nun in der Gründung einer anderen Partei.»

Für viele in der Linken sei das ein Aufatmen. «Wir können die Streitereien, die sie in die Partei getragen hat, endlich hinter uns lassen», so die beiden Landesvorsitzenden. «Jetzt konzentrieren wir uns mit voller Kraft auf unser eigenes Programm statt immer um die gleiche Person zu kreisen. Und da gibt es angesichts der vielen verschiedenen Krisen für uns als soziale Opposition genug zu tun.»

Die Berliner Linke konzentriere sich auf die Menschen und ihre Sorgen und Nöte. «Wir kümmern uns hier in Berlin, vor Ort in den Kiezen und Nachbarschaften, darum, dass die Leute nicht aus ihren Wohnungen fliegen, dass sie einen Kitaplatz- und Hausarzt finden, dass Geflüchtete menschenwürdig untergebracht werden», so Brychcy und Schirmer.

«Unsere Gesellschaft erlebt einen massiven Rechtsruck, auch hier in Berlin», hieß es weiter. «Wir haben als antifaschistische Partei eine gesellschaftliche Verantwortung, und wir werden als Berliner Linke weiter an unserem klaren Kurs festhalten. Wir sind überzeugt, dass wir als Landesverband in dieser turbulenten Phase enger zusammenrücken werden.»

© dpa
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