Berufungsprozess: Clanmitglied wehrt sich gegen Haftstrafe

Gegen ein Clanmitglied hat ein Berufungsprozess begonnen. Der Angeklagte war im Verfahren um zwei brutale Attacken gegen tschetschenische Männer zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hatte ihn im August 2021 der gefährlichen Körperverletzung in zwei Fällen sowie des Landfriedensbruchs schuldig gesprochen. Dagegen legte der Mann aus dem Berliner Milieu arabischstämmiger Clans Berufung ein. Zu Beginn des neuen Prozesses am Montag vor dem Landgericht hat sich der Angeklagte nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Schilder an der Fassade des Landgerichts Berlin. © Sonja Wurtscheid/dpa

Der Angeklagte, der nach eigenen Angaben 43 Jahre alt ist, soll in zwei Fällen mit weiteren Mittätern mehrere Männer attackiert haben. Die Staatsanwaltschaft geht von Racheaktionen aus. Kurz nach einem Angriff auf einen von der Familie des Angeklagten betriebenen Spätkauf in Berlin-Neukölln im November 2020 habe sich der 43-Jährige mit weiteren Männern entschlossen, Personen anzugreifen, die der ethnischen Volksgruppe der Tschetschenen angehören.

Im ersten Fall sollen der 43-Jährige und mindestens neun weitere Mittäter am Hanne-Sobek-Platz im Stadtteil Gesundbrunnen drei ihnen unbekannte Männer attackiert haben. Auf einem Parkplatz seien sie an ein Fahrzeug herangetreten und hätten die Insassen gefragt, ob sie Tschetschenen seien. Mit Schlagstöcken und Messern sollen die Opfer laut Anklage misshandelt worden sein. Einen Abend später soll der 43-Jährige zusammen mit Verwandten und Bekannten erneut zwei ihnen unbekannte Tschetschenen angegriffen haben.

Der Angeklagte sei durch Daten einer elektronischen Fußfessel, die er nach Verbüßung einer mehrjährigen Haftstrafe seit 2019 tragen musste, überführt worden, hieß es im Urteil der ersten Instanz. «Er war an beiden Tagen vor Ort.» Ob der 43-Jährige selbst geschlagen habe, sei offen geblieben. Es sei aber mit seinem Wissen und Wollen geschehen. Das Gericht folgte damals im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwältin. Die Verteidiger hatten Freispruch verlangt.

Der 43-Jährige ist seit Jahren bei Polizei und Justiz bekannt - mehr als 15 Jahre hat er schon in Haft gesessen. Seit sechs Monaten steht er in einem anderen Verfahren wegen mutmaßlichen Handels mit Kriegswaffen und Drogen vor dem Landgericht. Der Berufungsprozess wird am 25. Mai fortgesetzt.

© dpa
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