Weltkriegsbombe in Berlin-Moabit problemlos gesprengt

Bei Bauarbeiten ist eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Für einen Transport war sie zu beschädigt. Die Sprengmeister mussten vor Ort ran - und viele Menschen den Bereich verlassen.
Polizisten stehen in einem abgesperrten Bereich auf einer Baustelle. © Annette Riedl/dpa

Eine Weltkriegsbombe ist in Berlin-Moabit wie geplant gesprengt worden. Nach rund acht Stunden hoben die Behörden am Montagnachmittag den Sperrkreis rund um den Fundort auf und gaben den abgesperrten Bereich wieder frei. Anwohner konnten zurück in ihre Wohnungen, der Verkehr lief wieder an. Die Sperrung des S-Bahnverkehrs der Ringbahn zwischen den Haltestellen Beusselstraße und Westend wurde aufgehoben.

Die 50-Kilogramm-Bombe amerikanischer Herkunft war bei Bauarbeiten an der Sickingenstraße westlich der Beusselstraße gefunden worden. Anders als üblich musste sie am Fundort kontrolliert gesprengt werden, weil die Zünder beschädigt waren. Rund um den Blindgänger wurden mit 60.000 Liter Wasser befüllte Kissen platziert. Auf diese Weise lasse sich die Sprengwirkung der Bombe abschwächen, sagte ein Polizeisprecher.

Um 15.08 Uhr gab die Polizei dann Entwarnung: «Die Sprengung ist nach der Prüfung unserer Spezialisten vom LKA wie geplant erfolgt.» Bevor der Sperrkreis aufgehoben wurde, kontrollierten Spezialisten jedoch, ob tatsächlich alles wie geplant über die Bühne gegangen ist. Später zeigte die Polizei auf Twitter Fotos von dem Sprengloch. Gegen 16.00 Uhr konnten die Menschen dann zurück in den Bereich. Die Linien der S41 und S42 fuhren am späten Nachmittag wieder regulär, wie ein Sprecher der S-Bahn sagte.

Die Evakuierung des Sperrkreises rund um die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg hatte am Morgen gegen 8.00 Uhr begonnen. Betroffen waren nach Behördenangaben rund 9000 Menschen, die dort wohnen oder arbeiten. In der Gegend gibt es auch zahlreiche Büros und Gewerbebetriebe. Neben dem S-Bahnverkehr waren die Buslinien M27, 106 und 123 von den Sperrungen betroffen.

Erschwerend kam hinzu, dass auch zahlreiche ältere und in ihrer Gehfähigkeit eingeschränkte Menschen den Sperrkreis verlassen mussten. Für die Koordination der Krankentransporte war das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zuständig, beteiligt waren aber auch andere Hilfsorganisationen wie die Johanniter Unfallhilfe. Die Krankentransporte seien seit 8.00 Uhr im Dauerbetrieb gefahren, sagte der Katastrophenschutzbeauftragte des Bezirks Mitte, Konstantin Keesmann. Nachdem die Bombe entschärft war, brachten die Transporter die Menschen zurück in ihre Unterkünfte.

Außerdem seien zwei Shuttle-Busse für Menschen im Einsatz gewesen, die nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen konnten und deshalb eine Alternative brauchten. Die Busse starteten an zwei Sammelpunkten unter anderem in der Sickingenstraße und waren Keesmann zufolge am Montagmorgen ebenfalls im Dauereinsatz. Rund 120 Menschen seien in der Notunterkunft Waldstraße untergekommen, teilte das Bezirksamt Mitte mit.

© dpa
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