Zoo Berlin: Vogelgrippe-Tests bei mehr als 1200 Vögeln

Die starke Verbreitung der Vogelgrippe in Europa hat auch vor dem Berliner Zoo nicht Halt gemacht. Nach dem ersten Nachweis sind die Folgen noch schwer absehbar.
Besucher lesen den Aushang am geschlossenen Tor am Eingang zum Berliner Zoo. © Monika Skolimowska/dpa

Nach dem Tod eines Tieres an Vogelgrippe im Zoo Berlin sind bislang keine weiteren Nachweise bekannt geworden. «Es bleibt bisher bei nur einem nachgewiesenen Fall von Geflügelpest», teilte der Zoo am Montag auf Anfrage mit. «Die Testung der übrigen 1207 Vögel ist jedoch noch nicht abgeschlossen.» Es seien bisher keine weiteren Vögel gestorben oder getötet worden.

Der Zoo war am Freitag geräumt worden. Er ist nun auf unbestimmte Zeit geschlossen. Bei einem gestorbenen Hammerkopf wurde die Vogelgrippe nachgewiesen. Die oft auch Geflügelpest genannt Erkrankung kann durch verschiedene sogenannte aviäre Influenzaviren ausgelöst werden. In Vogelbeständen kann sie sich leicht ausbreiten - für diese Tiere ist es eine tödliche Gefahr.

Indes bleibt die Frage, wie das Virus in den Zoo gelangt ist. «Es wird derzeit untersucht, ob das H5N1 Virus durch einen Wildvogel in den Zoo gebracht wurde», teilte der Zoo weiter mit. «Die Analyse, um verlässliche Aussagen zum weitere Vorgehen zu treffen, braucht jedoch Zeit.» Ein Epidemiologe des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) stehe dem Zoo beratend zur Seite. Das FLI ist das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit.

Die Vogelhaltungen und die Hygienemaßnahmen seien von Experten inspiziert worden. «Die mit der Versorgung von Vögeln betrauten Mitarbeitenden wurden umfassend aufgeklärt und tragen Schutzkleidung, um eine Übertragung und Verschleppung des Virus zu verhindern», hieß es.

Wie lange der Zoo noch geschlossen bleibt, sei derzeit noch nicht absehbar, schrieb der Zoo. Das zuständige Bezirksamt Mitte teilte mit, die Dauer der Schließung hänge von der Geschwindigkeit der laufenden Testung, der Auswertung in den Laboren und dem «Gesamtlagebild» ab. «Mit weiteren Informationen wird nicht vor nächster Woche gerechnet», hieß es vom Bezirksamt.

Nach Angaben des Zoos ist es der erste bestätigte Fall von Vogelgrippe im Zoo Berlin. Laut Senatsverwaltung für Verbraucherschutz gab es in der Stadt im Februar und März bereits Fälle bei Wildvögeln. Auch im Frühjahr 2021 wurden einige Nachweise bei Wildvögeln und Haushühnern in der Hauptstadt erfasst.

Die Vogelgrippe wütet in Europa so stark wie noch nie zuvor beobachtet, wie die europäische Seuchenschutzbehörde ECDC im Oktober mitgeteilt hatte. Das Risiko für die Bevölkerung werde aber als niedrig eingeschätzt, hieß es - und als etwas höher für Menschen, die beruflich mit infiziertem Geflügel zu tun haben.

Dokumentierte Fälle von Vogelgrippe-Übertragungen auf den Menschen traten laut Robert Koch-Institut (RKI) meist im asiatisch-pazifischen Raum auf. In Deutschland ist demnach bisher kein Fall beim Menschen erfasst worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt als Risikofaktoren zum Beispiel das Schlachten, Rupfen und den Umgang mit rohem Fleisch. Dauerhafte Übertragungen von Mensch zu Mensch seien bisher nicht festgestellt worden.

© dpa
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