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Kommt eine andere Wolfspolitik? Umweltminister beraten

Die Politik will Abschüsse einzelner Problem-Wölfe nach den zunehmenden Schafsrissen erleichtern. Jäger und Landwirte halten aber feste Abschussquoten für sinnvoll. Bringt die Umweltministerkonferenz eine Lösung für das Reizthema?
Wolf
Ein Wolf läuft in einem Wildpark durch sein Gehege. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild

Vor den Beratungen der Umweltminister von Bund und Ländern hat sich in Brandenburg bislang kein Ende der Kontroverse über den Umgang mit dem Wolf abgezeichnet. Landwirte und Jäger blicken mit Spannung auf die am Donnerstag beginnende Umweltministerkonferenz in Münster. Beraten wird über einen Vorstoß von Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) für einen leichteren Abschuss einzelner Wölfe, die Schafe und andere Nutztiere gerissen haben.

Dem Jagdverband in Brandenburg geht der Vorschlag nicht weit genug: Er beharrt darauf, die Wolfszahlen gezielt zu verringern - und fordert eine Obergrenze beim Wolfsbestand. Naturschutzverbände sehen darin keine Lösung, um Weidetier-Risse zu verhindern.

Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne) befürwortet den Vorschlag Lemkes, die am Freitag (13.00 Uhr) über die Ergebnisse des Bund-Länder-Treffens informieren will. Die meisten Wolfsrudel leben in Brandenburg (52), gefolgt von Niedersachsen (39) und Sachsen (38).

Lemke will schnellere Abschüsse einzelner Wölfe in Deutschland ermöglichen. Danach sollen die Bundesländer bestimmte Regionen mit vermehrten Rissen durch Wölfe festlegen. Hat ein Wolf hier zumutbare Schutzvorkehrungen wie einen Zaun überwunden und ein Weidetier gerissen, soll auf ihn per Ausnahmegenehmigung 21 Tage lang geschossen werden dürfen - und zwar im Umkreis von 1000 Metern um die Weide. Anders als bisher soll nicht erst eine DNA-Analyse abgewartet werden müssen, um den Wolf eindeutig zu identifizieren. Ein anlassloses Abschießen von Wölfen lehnt Lemke ab.

Abschüsse nach bestimmten Quoten hielten der Bund und auch Brandenburg nach dem geltenden Bundesnaturschutzrecht nicht für rechtskonform, sagte Vogel. Das weitere Vorgehen der Länder hänge nun vom Ergebnis der Umweltministerkonferenz ab. Brandenburg will dann prüfen, wie die Wolfsverordnung rechtssicher optimiert werden kann. Zudem muss laut Vogel der Herdenschutz weiter verbessert werden.

Der Landesjagdverband teilte mit, die Vorschläge Lemkes gingen in die richtige Richtung. Er fordert aber die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht. «Allein im vergangenen Jahr wurden in Brandenburg drei Millionen Euro für Präventionsmaßnahmen aus dem Landeshaushalt zur Verfügung gestellt», sagte Verbandsgeschäftsführer Kai Hamann. Die Wolfsübergriffe und Nutztier-Risse nähmen jedoch weiter zu. «Insbesondere bei den drastisch zurückgehenden Wildbeständen in Brandenburg werden Wölfe künftig noch öfter auf Nutztiere zurückgreifen.»

Laut Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) lag die Zahl der verletzten oder getöteten Nutztiere durch Wolfsübergriffe im vergangenen Jahr bei mehr als 4000. Im Winter, wenn mehr Weidetiere in Ställe kommen, dürfte das Risiko für Übergriffe nach Einschätzung des Naturschutzbundes eher geringer sein.

Deutschland ist nach nationalem und europäischem Recht verpflichtet, den wildlebenden Wolf streng zu schützen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte angekündigt, den Schutzstatus für den Wolf zu überprüfen.

© dpa
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