Studie: Mehr Hitzewellen wegen verändertem Jetstream

Wichtige Faktoren für die Zunahme von Hitzewellen insbesondere in Westeuropa sind aus Sicht von Potsdamer Forschern Veränderungen des sogenannten Jetstreams – große Windbänder in fünf bis zehn Kilometern Höhe. Das geht aus einer neuen Studie eines internationalen Forscherteams um das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hervor, die im Fachblatt «Nature Communications» erscheint. Dafür werteten die Wissenschaftler Beobachtungsdaten aus den letzten 40 Jahren aus.
Eine Frau kühlt sich an einem Brunnen im Jardins du Trocadero in der Nähe des Eiffelturms ab. © Michel Euler/AP/dpa/Archivbild

Das Ergebnis: Über Europa, insbesondere über Westeuropa, haben Hitzewellen drei- bis viermal schneller zugenommen als im Rest der nördlichen mittleren Breiten wie etwa in den USA oder Kanada. Diese extremen Hitzeperioden hängen demnach mit doppelten Jetstreams und deren zunehmender Verweildauer zusammen. Als solche Lagen gelten Zustände, in denen sich der Jetstream in zwei Äste aufspaltet. Die längere Dauer wirke zusätzlich zum Temperaturanstieg durch die vom Menschen verursachte Erwärmung und führe zu intensiveren Hitzewellen, stellen die Forscher heraus.

Fast der komplette Aufwärtstrend bei Hitzewellen in Westeuropa und etwa 30 Prozent insgesamt in Europa seien mit diesen doppelten Jet-Zuständen zu erklären, hieß es. Mit Blick auf Westeuropa erklärte Efi Rousi vom PIK, Hauptautorin der Studie, laut Mitteilung: «In dieser Region, die mit dem Ausgang der vom Nordatlantik nach Europa ziehenden Sturmbahn zusammenfällt, kommen die Wettersysteme normalerweise vom Atlantik und haben daher eine abkühlende Wirkung. Wenn es aber zum Doppeljet kommt, werden die Wettersysteme nach Norden abgelenkt und es können sich über Westeuropa anhaltende Hitzewellen entwickeln.» Dies stehe im Gegensatz zu anderen europäischen Regionen.

Sommerliche Hitzewellen seien an sich zwar kein neues Phänomen, neu sei aber, dass extreme Hitzeereignisse in Europa in den letzten Jahren häufiger und intensiver aufgetreten seien. «Wir rechnen damit, dass das noch schlimmer wird», so Rousi.

Eine mögliche Erklärung dafür, dass Doppeljets so hartnäckig seien, ist aus Sicht der Forscher die verstärkte Erwärmung der hohen Breiten, insbesondere über Landregionen wie Sibirien, Nordkanada und Alaska. Rousi betonte: «Auch wenn das Thema noch weiterer Forschung bedarf, ist eines klar: Doppelte Jetstreams und ihre zunehmende Verweildauer sind der Schlüssel zum Verständnis der aktuellen und zukünftigen Hitzewellenrisiken über Westeuropa.»

© dpa
Weitere News
Top News
1. bundesliga
3. Spieltag: Gladbach erobert Tabellenführung - Hertha weiter sieglos
People news
Mit 87 Jahren: «Brigitte Bardot der DDR» - Eva-Maria Hagen gestorben
Wohnen
Gefahr von oben: Unwetter: Wie schütze ich mich und mein Haus bei Starkregen?
Games news
Featured: Gaming im Tesla: Alle Infos zum Zocken im Elektroauto
Games news
Featured: Tower of Fantasy: Wichtige Tipps & Tricks zum Free2Play-MMO
Auto news
5x: Ideen für eine Mobilitätswende : Öko-Pendeln und im ÖPNV abhängen
Das beste netz deutschlands
Featured: Was ist 5G?
Internet news & surftipps
Cyber-Sicherheit: Apple schließt Sicherheitslücken mit Software-Updates
Empfehlungen der Redaktion
Wetter
Studie: Mehr Hitzewellen in Westeuropa wegen veränderten Jetstreams
Wetter
Studie: Erderwärmung fördert Ausbreitung von Krankheiten
Wetter
Klimastudie: Wetterdienst geht von trockeneren Sommern aus
Wetter
Erderwärmung: Klimaforscher: Hitze-Extreme werden immer häufiger
Wetter
Klima-Krise: Forscher: «40 Grad in Deutschland werden zur Regel»
Wetter
Studie: Hitzewellen in Großbritannien werden immer wahrscheinlicher
Wetter
Studie: Waldpflanzen blühen eine Woche früher als vor 100 Jahren
Wetter
Auswertung: Klimawandel: Hitze wie in Indien 30 mal wahrscheinlicher