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Kassenärzte sehen Praxen in Gefahr und fordern Gegensteuern

Die Kassenärzte in Brandenburg sehen die medizinische Versorgung auf dem Land für die Zukunft infrage gestellt. «Wenn sich in der Wahrnehmung und der Bezahlung der ambulanten Strukturen nichts ändert, dann sehen wir die deutliche Gefahr, dass die individuelle Betreuung in der Fläche nicht mehr gewährleistet ist», sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, Stefan Roßbach-Kurschat, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. «In Brandenburg haben wir aktuell 300 Hausarztpraxen, die nicht besetzt sind, das werden in drei bis fünf Jahren 600 Praxen sein.»
Arztpraxis
Ein Schild weist den Weg zu einer Arztpraxis. © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Die Kassenärzte kritisieren, dass nicht alle ihre Leistungen bezahlt werden. «Jede Leistung muss zu 100 Prozent berücksichtigt werden, um Kalkulierbarkeit zu gewährleisten», sagte der Vizevorstandschef, der Hausarzt in Nauen-Börnicke ist. In den aktuellen Verhandlungen für das kommende Jahr bietet der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung 2,1 Prozent mehr Honorar für die ambulante Versorgung an, die Ärzte halten ein Plus von 10,2 Prozent für notwendig.

Zum anderen sieht die Kassenärztliche Vereinigung steigende Nachwuchsprobleme, weil Ärzte in den Ruhestand gehen. Das Land müsse sich stärker um die Nachwuchsförderung kümmern, sagte Roßbach-Kurschat. Seit dem Start 2019 wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums 191 Stipendien an Medizinstudentinnen und -studenten vergeben. Sie müssen sich dafür verpflichten, nach ihrem Studium und ihrer Facharztweiterbildung für mindestens fünf Jahre in ländlichen Regionen Brandenburgs zu arbeiten. Für die Wintersemester 2023 und 2024 werden nur noch bis zu 18 Stipendien neu vergeben, was die Kassenärzte kritisieren. Sie fordern auch den Wegfall eines Regressrisikos für Ärzte.

In Halbe (Landkreis Dahme-Spreewald) diskutierten KV-Vizechef Roßbach-Kurschat und Hausarzt Benjamin Möpert am Montag mit mehreren Patientenvertretern über die Situation. Unter dem Motto «PraxenKollaps» fordern Ärzte und Psychotherapeuten bundesweit seit mehreren Wochen eine bessere Finanzierung der Praxen.

© dpa
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