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Hunderte Teilnehmer bei Gedenkweg zum Pogromnacht-Jahrestag

Hunderte Teilnehmer eines Rundgangs durch zahlreiche Berliner Straßen haben am Donnerstag an den 85. Jahrestag der Pogromnacht der Nationalsozialisten erinnert. Der sogenannte Gedenkweg führte vom Winterfeldtplatz über Tauentzienstraße und Kurfürstendamm zum Jüdischen Gemeindehaus in der Fasanenstraße. Entlang dieser Strecke gab es vor dem Zweiten Weltkrieg mehr als 100 jüdische Geschäfte, von denen zahlreiche in der Pogromnacht Ziel antisemitischer Zerstörungswut und Plünderungen wurden.
Jahrestag Pogromnacht – Berlin
Eine Gedenktafel erinnert an die Pogromnacht. © Fabian Sommer/dpa

Zu dem sogenannten Gedenkweg eingeladen hatten die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg, das Erzbistum Berlin und der Handelsverband Berlin-Brandenburg. Nach Angaben der Berliner Polizei nahmen rund 2000 Menschen daran teil.

Der Berliner Erzbischof der katholischen Kirche, Heiner Koch, sagte, der Gedenkweg sei für ihn auch ein Zeichen der Solidarität mit den Jüdinnen und Juden in Berlin heute.

Auch der evangelische Bischof Christian Stäblein nahm Bezug auf die aktuelle Situation vor dem Hintergrund des Krieges zwischen Israel und der islamistischen Hamas: «In einer Stadt, in der jüdische Menschen und jüdische Einrichtungen bedroht und angegriffen werden, sagen wir laut und deutlich: Nie wieder ist Jetzt», erklärte er.

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, sagte, die Novemberpogrome vor 85 Jahren seien präsenter denn je. Es reiche nicht zu betonen, die Schoah dürfe sich nicht wiederholen. Entscheidend sei, sich vor Jüdinnen und Juden zu stellen, wenn diese angegriffen würden.

Einen Halt legten die Teilnehmer auch an der Grünfeld-Ecke ein, dem früheren Joachimsthaler Platz an der Kreuzung zum Kurfürstendamm. Er war erst am Mittwoch umbenannt worden und trägt nun den Namen der jüdischen Familie, die dort in den 1930er Jahren ein bekanntes Ladengeschäft geführt hatte. Es sei das eleganteste und modernste Ladengeschäft Europas gewesen, sagte Handelsverband-Geschäftsführer Nils Busch-Petersen.

1938 hatten Schlägertrupps der Nationalsozialisten in der Nacht vom 9. zum 10. November landesweit eine Gewaltwelle gegen Juden begonnen. In der Folge wurden nach Angaben des Deutschen Historischen Museums mehr als 1300 Menschen getötet, 1400 Synagogen zerstört und beschädigt, 7000 Geschäfte überfallen und 30.000 Juden in Konzentrationslager verschleppt.

© dpa
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