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Hertha und Union offen für neue Abstimmung

Die Fan-Proteste gegen den Investoren-Einstieg bei der DFL gehen weiter. Es mehren sich die Forderungen nach einer neuen Abstimmung - auch aus Berlin.
Hertha-Geschäftsführer Herrich
Thomas E. Herrich spricht auf einer Pressekonferenz zum Investoren-Einstieg. © Andreas Gora/dpa

Berlins Fußball-Bundesligisten haben sich in der Debatte um den Investoren-Einstieg bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) und die anhaltenden Fan-Proteste offen für eine neue Abstimmung gezeigt. «Wir tun hier etwas, was es im deutschen Profifußball noch nie gegeben hat und was ihn verändern wird. Wenn wir damit Erfolg haben wollen, unabhängig von der Art und Weise möglicher Investitionen, darf es keinerlei Zweifel an der Rechtmäßigkeit der dafür notwendigen Abstimmungen geben», sagte Union Berlins Präsident Dirk Zingler der Zeitung «Die Welt».

Der Erstligist sei überzeugt, dass nicht alle Alternativen ausreichend untersucht wurden, um Investitionen zu ermöglichen. «Unser Ansinnen ist es zudem, dass das Präsidium das Modell, für das man sich letztlich entscheidet, noch einmal in einer Mitgliederversammlung der DFL offen und transparent zur Abstimmung stellt. Denn ohne sattelfeste Legitimation gibt es keine Akzeptanz.» Präsident Claus Vogt vom VfB Stuttgart hatte sich am Mittwoch ebenfalls für eine Wiederholung der Abstimmung ausgesprochen.

Auch Zweitligist Hertha BSC zeigte sich dafür offen. Es mehrten sich nun auch in den Clubs die Stimmen, dass die Situation erneut diskutiert und «sich mit dem Prozedere der Abstimmung in transparentem Rahmen auseinandergesetzt werden sollte», sagte Geschäftsführer Thomas Herrich, wie der Club am Donnerstag mitteilte. In diesem Fall würde sich der Club dem Verfahren selbstverständlich anschließen. Zuvor hatte die «Berliner Morgenpost» berichtet.

Die DFL ging am Donnerstag nicht auf diese Forderungen ein. Stattdessen lud der Liga-Verband Vertreterinnen und Vertreter bundesweiter Fanorganisationen und der Bündnisse der Fanszenen nach den anhaltenden Protesten zu weiteren Gesprächen ein, stellte aber auch klar: «Nicht jeder Austausch kann garantieren, dass alle Gesprächspartner im Anschluss einer Meinung sind.»

Für eine prozentuale Beteiligung an den TV-Erlösen soll ein Finanzinvestor der DFL eine Milliarde Euro zahlen. Bei der finalen Abstimmung der 36 Proficlubs für den milliardenschweren Deal im Dezember war die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit nur knapp zustande gekommen. Für Fragen sorgte das Abstimmungsverhalten von Martin Kind für Hannover 96, der vom Stammverein angewiesen war, dagegen zu sein.

Aus den aktiven Fanszenen gibt es seit Monaten Proteste gegen die DFL-Pläne, die sich zuletzt verschärften. Am vergangenen Samstag warfen Hertha-Fans beim Spiel gegen HSV in der zweiten Halbzeit immer wieder Tennisbälle auf den Rasen. Das Spiel war mehr als eine halbe Stunde unterbrochen und stand kurz vor dem Abbruch. Damit stieg auch der Druck auf den Liga-Verband sich zu äußern. Auch beim Union-Spiel in Mainz am Mittwoch gab es ähnliche, wenn auch kürzere Aktionen.

Zingler zeigte Verständnis für die Fans und kritisierte die DFL für mangelnde Kommunikation. Die über ein Jahr sehr friedlichen und moderaten Proteste seien völlig ignoriert worden. «Die logische Entwicklung ist daher eine Steigerung der Protestformen bis dahin, dass nun offenbar Spielabbrüche in Kauf genommen werden.» Er habe den Eindruck, dass die DFL-Geschäftsführung das Thema aussitzen wolle. Union und Hertha hatten bei der Abstimmung gegen den Antrag gestimmt.

Die Fans kritisieren nicht nur den Prozess, sondern befürchten unter anderem eine weitere Zerstückelung der Spieltage, die Austragung von Partien im Ausland, steigenden Einfluss von Investoren und eine Schwächung der 50+1-Regel.

«Wir dürfen doch nicht die Augen davor verschließen, dass neben den mindestens 33 Prozent der Vereine, die gegen das angestrebte Modell sind - auch große Teile der Fußballanhänger in Deutschland gegen eine Beteiligung von Blackstone oder CVC am deutschen Profifußball sind», sagte Zingler.

Der Vorsänger der Hertha-Ultra-Gruppierung Harlekins Berlin ‘98 stellte im «Spiegel» eine Fortsetzung der Proteste in Aussicht. «Die leichteren Protestformen, etwa das Schweigen, haben ja kaum Aufmerksamkeit erzeugt. Persönlich wünsche ich mir, dass die Proteste weitergehen, bis unser Anliegen endlich ernst genommen wird», sagte er, und mit Blick auf die Geldbuße, die den Berlinern droht: «Der Kollateralschaden ist bei unserem klammen Verein natürlich äußerst ungünstig und es tut uns auch weh, wenn Hertha Strafen zahlen muss.»

© dpa
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