Hunde-Boom in der Hauptstadt: Mehr Halter und Vierbeiner

In der Corona-Pandemie haben sich viele Menschen Haustiere zugelegt. Auch in Berlin. Hier ist die Zahl der registrierten Hunde erneut deutlich gestiegen.
Spaziergängerinnen stehen mit ihren Hunden am Grunewaldsee. © Paul Zinken/dpa/Archivbild

In der Hauptstadt sind immer mehr Hunde unterwegs: Aktuell sind rund 126.300 der Vierbeiner und rund 118.000 Halter erfasst und damit erneut mehr als in den Vorjahren, teilte die Berliner Finanzverwaltung der Deutschen Presse-Agentur mit. Vor der Pandemie - Ende 2019 - lag die Zahl der Hunde noch bei rund 111.000 und die Zahl der Halter bei rund 105.000.

Auch die Steuereinnahmen stiegen an. 2021 wurden rund 13,6 Millionen Euro für fast 124.000 Hunde eingenommen. 2019 waren es noch rund zwölf Millionen Euro. Für den ersten Hund müssen Halter 120 Euro pro Jahr zahlen - unabhängig von der jeweiligen Rasse. Für jeden weiteren Hund sind laut Verwaltung 180 Euro pro Jahr zu zahlen. Ein Teil der Hunde ist von der Steuer befreit.

Der Hundeboom hat allerdings auch Schattenseiten: «Im Berliner Tierheim wurden in der Corona-Pandemie mehr als doppelt so viele Welpen abgegeben wie sonst», sagte Sprecherin Annette Rost. Oft stammten die Tiere aus illegalem Welpenhandel und seien krank. «Die Nachfrage nach Hunden ist in der Pandemie so stark gestiegen, dass sie aus seriösen Quellen nicht mehr zu bedienen war», so Rost. Mit Plakaten in der ganzen Stadt hatte sich der Berliner Tierschutzverein im Sommer 2021 an einer bundesweiten Kampagne gegen illegalen Welpenhandel beteiligt.

Vereinzelt seien auch Hunde abgegeben worden, bei denen die Besitzer sich in der Entwicklung der Tiere verschätzt hätten. «Viele stellen sich bei kleinen, süßen Welpen nicht vor, dass daraus einmal stattliche Hunde werden, die psychisch und physisch ausgelastet werden wollen», sagte die Sprecherin. Eine dieser Rassen sei zum Beispiel der Belgische Schäferhund. «Diese Hunde brauchen eine hohe Auslastung», betonte Rost. Die Zahl der abgegebenen größeren Hunde habe sich aber in einem erträglichen Maße gehalten.

© dpa
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