Füchse um Bodenhaftung bemüht: «Saison ist noch lang»

Die Füchse Berlin haben mit dem klaren Sieg gegen Kiel ein Ausrufezeichen gesetzt. Trainer Jaron Siewert sieht dennoch viel Arbeit.
Berlins Trainer Jaron Siewert steht am Spielfeldrand. © Frank Molter/dpa/Archivbild

Nach dem fulminanten Heimsieg der Füchse Berlin im Spitzenspiel der Handball-Bundesliga bemühte sich Trainer Jaron Siewert um einen nüchterne Einordnung. «So ein Spiel gewinnt man auch nur eines von 1000 gegen Kiel. Die Saison ist noch lang. Und ich möchte auch nichts von Fingerzeig wissen. Wir haben noch viel Arbeit vor uns», sagte der 28-Jährige nach dem überraschend klaren 34:26 gegen Rekordmeister THW Kiel.

Die Euphorie einzudämmen, dürfte aber gar nicht so einfach werden nach der Gala-Vorstellung und «Oh, wie ist das schön»-Gesängen am Sonntag in der Max-Schmeling-Halle noch vor der Schlusssirene. «Wir haben ein Topspiel gemacht. Von der ersten bis zur letzten Sekunde war alles überragend. Mit acht Toren gegen Kiel zu gewinnen, ist einfach super», sagte Kreisläufer Mijajlo Marsenic, der mit neun Toren bester Füchse-Schütze war.

Und auch Vorstand Sport Stefan Kretzschmar war hochzufrieden. «Wenn du mit acht Toren gegen Kiel gewinnst, hast du was Besonderes erreicht. Kiel ist immer das Maß aller Dinge», sagte er. Die Berliner sind ihrem höchsten Sieg gegen Kiel weiter ungeschlagen und immer mehr auch ein Titelanwärter. «Wenn wir so weiterspielen, haben wir eine Chance unter die Top Zwei zu kommen», meinte Marsenic.

Das Füchse-Kollektiv funktioniert schon sehr gut, die Neuzugänge scheinen sich schnell integriert zu haben. Vor allem der dänische Rückraumspieler Mathias Gidsel bereichert das Spiel der Berliner. «Man merkt, dass Mathias ein Unterschiedsspieler sein kann. Und heute war er es. Das trägt die Stimmung und die Trainingsqualität mit und gibt uns Vertrauen in die Leistung», sagte Siewert.

Gegen Kiel war der 23-Jährige immer ein Aktivposten, traf sechsmal, setzte seine Mitspieler in Szene und holte Zeitstrafen heraus. Kiel-Trainer Filip Jicha unterstellte ihm deshalb eine gewisse Theatralik. Das wollte Kretzschmar so aber nicht stehen lassen. «Meiner Meinung nach hat das wenig mit Theatralik zu tun, sondern einfach mit einem guten Eins-gegen-Eins. Da gibt es momentan sicherlich Probleme für Abwehrspieler, die weniger beweglich sind», sagte er.

© dpa
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