Trockener Wald: Feuer breitet sich unkontrolliert aus

Früh am Morgen gibt es eine heftige Explosion - seitdem stehen Teile des Berliner Grunewalds in Flammen. Das Feuer breitet sich unkontrolliert aus. Aufgrund gelagerter Munition kommt die Feuerwehr nicht nah an den Brand heran.
Ein Räumpanzer auf dem Weg zum Einsatzort. © Paul Zinken/dpa

Rauchsäulen über dem Berliner Grunewald, Großeinsatz für die Hauptstadtfeuerwehr: Am Donnerstagmorgen bricht im Südwesten der Hauptstadt ein Feuer auf einem Sprengplatz der Polizei aus - mitten im knochentrockenen Wald. Auf der Autobahn Avus, wo sich sonst im morgendlichen Berufsverkehr normalerweise Wagen an Wagen reiht, herrscht gähnende Leere. Das Gebiet ist weiträumig abgesperrt.

Das Feuer breitet sich am Morgen weiter unkontrolliert aus. «Das bereitet uns Sorge», sagte ein Feuerwehrsprecher am Donnerstagmorgen. Es gebe nach wie vor keine gesicherten Erkenntnisse darüber, wie es am Sprengplatz im Wald genau aussehe. Am Morgen war eine Fläche von eineinhalb Hektar betroffen, das ist etwa so groß wie zwei Fußballfelder. Es besteht die Gefahr weiterer Explosionen und umherfliegender Trümmerteile.

Dieser Einsatz könne lebensgefährlich sein, sagte ein Feuerwehrsprecher. Auf dem Sprengplatz der Berliner Polizei im beliebten Ausflugsgebiet Grunewald lagert Munition, die Experten dort normalerweise unschädlich machen.

Das stellt die Feuerwehr vor große Probleme. Noch Stunden nach dem Ausbruch des Brandes kommen die Einsatzkräfte nicht an das Feuer heran. Bilder aus der Luft mit Hilfe einer Drohne und eines Polizeihubschraubers sollen Orientierung geben. «Der Einsatz wird lange dauern», sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein. Zudem ist die Gluthitze belastend für die Kräfte von Feuerwehr und Polizei, die häufiger ausgewechselt werden müssen.

Die Einsatzkräfte starteten aber Eindämmungsarbeiten. In einem Radius von 1000 Metern um das Feuer herum begannen sie damit, die angrenzenden Waldgebiete zu bewässern. Das soll ein Ausbreiten der Flammen erschweren. Ein Löschhubschrauber sei angefordert, auch die Bundeswehr ist im Einsatz.

Wohngegenden sind nach Erkenntnissen der Feuerwehr nicht in Gefahr. «Das werden wir verhindern», sagte ein Sprecher. Die nächsten Wohngebäude seien mindestens zwei Kilometer entfernt. Verletzte habe es bislang nicht gegeben.

Nach Angaben eines Polizeisprechers ist noch völlig unklar, wie es am frühen Donnerstagmorgen zu der Explosion kommen konnte. Die Explosion war nach Angaben von Anwohnern kilometerweit zu hören.

Auf Aufnahmen der Feuerwehr sind dicke Rauchschwaden zu sehen, die über dem Brandgebiet ziehen. Es sei davon auszugehen, dass die hohe Trockenheit in der Gegend den weiteren Verlauf des Feuers beeinflussen werde, hieß es.

«Der Wald ist knochentrocken», sagte am Donnerstag Jan Thomsen, Sprecher der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz. Die Wälder hätten sich durch die vergangenen Dürreperioden nicht erholen können. Zur Frage, wie sinnvoll ein Sprengplatz im Wald überhaupt noch sei, sagte er: «Mit den Sicherheitsfragen werden wir uns beschäftigen, wenn die Brandursache geklärt ist.»

Die Feuerwehr warnte die Bevölkerung dringend davor, den Wald am Donnerstag zu betreten. Das Gebiet ist großräumig abgesperrt. Derzeit würden Aufnahmen einer Drohne und eines Polizeihubschraubers zusammengeführt und ausgewertet, so der Sprecher.

Der Regional- und der S-Bahnverkehr in Richtung Westen sind unterbrochen. Die S-Bahn-Linie S7 fährt von Berlin aus nur noch bis Grunewald, wie ein Bahnsprecher sagte. Beim Regionalverkehr werden demnach die Linien RE1 und RE7 derzeit mit Halt in Charlottenburg über Golm umgeleitet. Die Halte Potsdam Hauptbahnhof und Berlin-Wannsee entfallen. Die Linien RB21 und RB22 sind zwischen Berlin-Wannsee und Berlin-Friedrichstraße unterbrochen. Nach Potsdam gelangen Fahrgäste nach wie vor mit der S1.

Im Fernverkehr ist lediglich die Intercity-Verbindung in Richtung Magdeburg/Hannover/Stendal/Amsterdam betroffen. Die IC-Züge werden derzeit über Spandau umgeleitet. Stopps in Berlin-Wannsee und Potsdam entfallen. Die Autobahn Avus in Berlin bleibt voraussichtlich den ganzen Tag über gesperrt.

Die Behörden warnten die Bevölkerung über den Brand auf den Warnapps. Anwohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten. Lüftung und Klimaanlagen sollen ausgeschaltet werden.

Das Jagdschloss Grunewald bleibt aufgrund des Feuers in dem Gebiet am Donnerstag geschlossen. Gefahr für das Jagdschloss bestehe aber nicht, teilte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg am Vormittag mit.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
8. Spieltag: FC Bayern jubelt wieder - Musiala brilliert gegen Leverkusen
Games news
Featured: Google Stadia wird eingestellt: Das musst Du jetzt wissen
People news
Enthüllungsjournalist: Klimmzüge & Tischtennis - Günter Wallraff wird 80
Internet news & surftipps
Cyberkriminalität: BSI warnt vor Sicherheitslücke in Microsoft Exchange
People news
Abschied: Ferfried Prinz von Hohenzollern ist tot
Handy ratgeber & tests
Featured: Smarter Garten: Pflanzen-Apps und clevere Technik vereinfachen die Gartenarbeit
Wohnen
Hydraulischer Abgleich : Nicht umlegbar: Kosten für Heizungsoptimierung
Auto news
Panorama: Oldtimer-Rallye Colorado Grand: Dem Himmel so nah
Empfehlungen der Redaktion
Regional berlin & brandenburg
Löscheinsatz: Brand im Grunewald: «Enorme Gefahr» durch Explosionen
Regional berlin & brandenburg
Brände: Feuerwehr: Noch einige Tage Sperrkreis um Sprengplatz
Regional berlin & brandenburg
Polizei: Avus bleibt wegen Grunewald-Brands wohl ganztägig gesperrt
Regional berlin & brandenburg
Explosionen: Feuer im Grunewald: Unterbrechungen im Bahnverkehr
Regional berlin & brandenburg
Löscheinsatz: Brand im Berliner Grunewald nach Explosion auf Sprengplatz
Regional berlin & brandenburg
Verkehr: Weltkriegsbombe am Grunewald entschärft: Sperrung aufgehoben
Regional berlin & brandenburg
Grunewald: Bahn fährt nach Brand wieder: Feuer weiter gefährlich
Regional berlin & brandenburg
Berlin: Brand im Grunewald für Feuerwehr weiter herausfordernd