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Gosens zischt ab: Frust bei sieglosen Unionern immer größer

Fünf Spiele, null Punkte: Der September wird für Union Berlin zu einem düsteren Fußball-Monat. Vor der Länderspielpause stehen zwei weitere harte Aufgaben auf dem Programm.
Hertha BSC
Herthas Spieler und das Maskottchen Herthinho bejubeln einen Sieg vor Fans im Olympiastadion. © Soeren Stache/dpa

Urs Fischer begann unmittelbar mit Abpfiff mit der Aufbauarbeit seiner niedergeschlagenen Profis, Robin Gosens stapfte voller Wut durch die Katakomben. Der 1. FC Union Berlin befindet sich nach Jahren des puren Erfolgs im schwersten sportlichen Tief seit längerer Zeit. Erstmals in über fünf Jahren unter Fischer blieb Union in fünf Pflichtspielen am Stück sieglos, doch damit nicht genug: Das 0:1 (0:0) beim 1. FC Heidenheim am Samstag war die Niederlage Pleite in Serie. Der September, der eigentlich für das heiß ersehnte Debüt in der Champions League stehen sollte, wurde zu einem düsteren Monat.

«Jede Niederlage schmerzt. Es gilt, mal wieder ein Erfolgserlebnis hinzubekommen. Es ist der Vorwurf, den wir uns gefallen lassen müssen. Du musst ein Tor erzielen, am Schluss entscheiden Tore», sagte Fischer, der die Pressekonferenz mit einem Scherz eröffnet hatte.

An seinen Trainerkollegen Frank Schmidt, der ihm seine Biografie geschenkt hatte, richtete er aus: «Danke nochmal für Dein Buch mit persönlicher Widmung. Ich versuche, das schnellstmöglich zu lesen. Vielleicht ist da ein Tipp dabei, wie wir aus dieser Situation herauskommen.» Der Traum-Freistoß von Jan-Niklas Beste (59. Minute) hatte die Partie zugunsten des tapferen Aufsteigers entschieden.

Dementsprechend frustriert wirkten die Unioner. Vor allem Nationalspieler Gosens, der erst im August zu den Köpenickern wechselte, scheint das sportliche Tief im September extrem zu wurmen. Nachdem das Team sich minutenlang bei den mitgereisten Fans bedankt hatte, verschwand Gosens im Kabinentrakt und war außer sich vor Frust. Weshalb, erläuterte er nicht. Gosens beantwortete ein paar Fragen am vereinseigenen Mikro und dampfte im Anschluss kommentarlos in die Kabine.

Stattdessen äußerten sich vor der nächsten Königsklassen-Prüfung gegen Sporting Braga am Dienstag (18.45 Uhr) andere. Kapitän Christopher Trimmel sagte: «Wir haben sehr viele Torchancen. Wir müssen die Tore machen, aber auch hinten stabiler werden. Es passt hinten und vorne nicht ganz.» Man wisse um die Doppelbelastung mit vielen Spielen in wenigen Tagen, dazu gebe es erneut einen größeren Umbruch. «Das ist auch normal, mal so eine Phase zu haben», relativierte Trimmel. Auf die Partie gegen Braga folgt ein Gastspiel bei Borussia Dortmund.

Für die Hauptstädter, die aus der Vier-Millionen-Einwohner-Metropole anreisten und zuletzt im Santiago Bernabéu von Madrid spielten, dürfte sich die Reise ins beschauliche Heidenheim ungewohnt angefühlt haben. Eine schmale Straße führt hinauf zum Schlossberg, wo sich der Aufsteiger und Union zum ersten Mal überhaupt in der Bundesliga gegenüberstanden. Die Partie in Heidenheim endete ähnlich wie das Gastspiel bei den Königlichen: Gut mitgehalten, mit einem Gegentor bestraft, verloren. «Wir haben nicht das gewisse Selbstvertrauen», stellte Trimmel ernüchtert fest.

Das hat Heidenheim umso mehr. Mit zwei Heimsiegen und insgesamt sieben Punkten ist der Aufsteiger bestens im Bundesliga-Rennen und hat einige höher gehandelte Teams in der Tabelle bereits distanziert. «Sieben Punkte nach sechs Spielen, damit können wir gut leben. Es macht Spaß, wenn man erfolgreich ist und wir hätten gerne noch ein bisschen mehr Spaß», sagte Trainer Schmidt, den das sehenswerte Siegtor von Freistoßspezialist Beste sichtlich erfreute.

Der 24-Jährige entschied ein typisches 0:0-Spiel, wie es Heidenheims Trainer beschrieb, mit einem einzigen ruhenden Ball. «Wir haben Niklas Beste - das ist unglaublich, mit welcher Selbstverständlichkeit er an diese Bälle geht. Er hat ihn perfekt genutzt», beschrieb Schmidt. Sein Trainerkollege Fischer sprach von «einem Sonntagsschuss am Samstag», wurde von Schmidt aber schnell korrigiert: «Der schießt jeden Tag so.»

© dpa ⁄ Patrick Reichardt, dpa
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