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Goodyear: Beschäftigte demonstrieren gegen Schließungspläne

Die Schließungspläne des Reifenherstellers Goodyear im brandenburgischen Fürstenwalde haben die Landespolitik alarmiert. Wirtschaftsminister Steinbach eilt persönlich zur Betriebsversammlung. Und die Linke fordert eine Verstaatlichung.
Schließungspläne für die Reifenproduktion von Goodyear
Schließungspläne für die Reifenproduktion von Goodyear. © Soeren Stache/dpa

Gegen die Schließungspläne des Reifenherstellers Goodyear haben mehrere hundert Beschäftigte des Werks im brandenburgischen Fürstenwalde demonstriert. Nach einer Betriebsversammlung zogen sie vor das Werkstor zu einem kurzen Protestmarsch. «Wir kämpfen darum, die 85-jährige Tradition und die Arbeitsplätze in Fürstenwalde zu erhalten», sagte der Vorsitzende der Vertrauensleute des Werks, Markus Olberts.

«Wir sind nicht damit einverstanden, dass die Geschäftsleitung in Amerika Sachen beschließt und die Konzernführung in Deutschland einfach Sachen verkündet, ohne mit uns zu reden», sagte er. «Wir machen jetzt richtig Rabatz und werden um jeden Arbeitsplatz unserer Kolleginnen und Kollegen kämpfen!»

Der Bezirksleiter der Gewerkschaft IG BCE, Ralf Erler, sprach von einem «verheerenden Umgang» der Geschäftsführung mit den Beschäftigten. «In einer Wirtschaftsregion mit hohem Potenzial und dem neuen Autobauer Tesla in unmittelbarer Nachbarschaft die eigene Reifenproduktion dichtmachen zu wollen, ist strategischer Irrsinn», meinte er. «Wir lassen nicht zu, dass die Beschäftigten für die Fehler des Managements in Haftung genommen werden.»

Wirtschaftsminister Steinbach verhandelt mit Geschäftsführung

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) hatte an der Betriebsversammlung teilgenommen. Auch er zeigte sich über die Kommunikation der Unternehmensleitung verärgert. «Uns hat die Entscheidung von Goodyear völlig unvorbereitet getroffen», sagte er. Am Mittwochabend habe er aber ein erstes Gespräch mit der Geschäftsleitung geführt. Es sei vereinbart worden, mit einem Zeithorizont von etwa einem Jahr weiter miteinander zu sprechen.

Dabei solle ausgelotet werden, ob etwa mit mehr Automatisierung und Digitalisierung dafür gesorgt werden könne, «dass es eine andere Entscheidung gibt», sagte der Minister. Er warnte aber vor übertriebenen Hoffnungen. «Ich glaube wir haben noch Chancen, aber ich will auch nicht so tun, als könnte ich Wunder bewirken», meinte er. «Die letzte Entscheidung trifft das Unternehmen und ich kann auch nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass es am Ende gelingen wird.»

Linke-Fraktion fordert Industriestiftung

Die Linke-Fraktion im Landtag forderte erneut die Errichtung einer Industriestiftung des Landes. «Es kann nicht angehen, dass die Gewinne erst privatisiert werden und dann, wenn diese angesichts der Hochzinsphase einbrechen oder ausbleiben, Betriebe verlegt und die sozialen Folgen und deren Kosten der Allgemeinheit auferlegt werden», sagte Fraktionschef Sebastian Walter am Donnerstag laut Mitteilung. «Deshalb fordern wir die Überführung des Reifenherstellers Goodyear in eine öffentlich-rechtliche Industriestiftung nach dem Vorbild der Montan-Stiftung Saar.» So könnten die Arbeitsplätze erhalten und die regionale Wirtschaftsstruktur gestärkt werden, meinte Walter.

Goodyear will die Reifenproduktion in Fürstenwalde Ende 2027 einstellen und 750 Stellen abbauen. Ein kleiner Teil des Standorts Fürstenwalde soll erhalten bleiben: Dort werden Gummimischungen hergestellt und an die anderen Goodyear-Werke in Europa geliefert. Zudem soll die Reifenproduktion in Fulda geschlossen werden. Als Gründe für die schwierige Situation wurden etwa Billigimporte aus Asien und der Inflationsdruck genannt.

Redaktionshinweis: In einer früheren Version der Meldung hieß es, dass das Ende der Reifenproduktion für 2017 geplant sei. Es muss 2027 heißen. (23.11., 16.58 Uhr)

© dpa
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