Schlägerei im Columbiabad: Polizei richtet mobile Wache ein

Kann man in Berlin nur noch unter Polizeischutz baden? So drastisch ist die Lage wohl nicht. Aber nach mehreren gewalttätigen Zwischenfällen kündigt die Polizeipräsidentin eine härtere Linie an.
Der Ein- und Ausgang des Bades Neukölln am Columbiadamm ist mit Gittern und Absperrband geregelt. © Julia Kilian/dpa

Nach der Randale im Neuköllner Columbiabad mit elf Verletzten verstärkt die Polizei den Schutz für Besucher und Wachpersonal. Am Donnerstag richteten Beamte vor dem Bad eine mobile Wache ein. Auch auf andere Bäder hätten die örtlichen Streifenpolizisten verstärkt ein Auge, sagte eine Sprecherin. Nach mehreren Angreifern vom Columbiabad wird noch gefahndet. Die Polizei schaltete ein Zeugenportal für Hinweise, Fotos oder Beobachtungen zum Tathergang. Möglich seien auch anonyme Meldungen, hieß es. Die CDU fordert nun ein umfassendes Sicherheitskonzept für die Bäder

In dem Freibad am Columbiadamm waren am Dienstagabend bei einem gewaltsamen Konflikt zwischen Badegästen und Beschäftigten elf Menschen verletzt worden. Der Ablauf nach Angaben der Polizei: Eine Gruppe von etwa zwölf Personen wurde wegen einer Schlägerei gegen 18.30 Uhr des Bades verwiesen, kam aber eine Stunde später in etwa gleicher Gruppenstärke mit Schlagwaffen und Reizgas zurück und ging gezielt auf Wachleute des Bades los. Die angegriffenen Security-Mitarbeiter verschanzten sich den Angaben zufolge im Aufsichtsturm des Bads, bis die Polizei kam und die Angreifer flohen.

Drei junge Männer im Alter von 19, 23 und 24 Jahren wurden anschließend in einem Auto in der Nähe entdeckt und vorläufig festgenommen. Im Wagen fand die Polizei einen Schlagstock, einen Baseball-Schläger und ein Messer. Die drei Tatverdächtigen kamen nach Feststellung der Personalien frei, weitere Beteiligte werden gesucht, wie eine Polizeisprecherin am Donnerstag bekräftigte. Die Ermittlungen wegen besonders schweren Landfriedensbruchs laufen. Die Verletzten - darunter sechs Badegäste, vier Sicherheitsleute und ein Rettungsdienstmitarbeiter - hatten durch Reizgas Augen- und Atemwegsreizungen erlitten.

«Die Polizei Berlin wird ein solches Verhalten nicht dulden und dagegen mit polizeilichen Präsenzmaßnahmen vorgehen - mit Beamten in Uniform und in Zivil», sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik dem «Tagesspiegel» (Donnerstag). «Dieser Vorfall hat eine neue Qualität und mit den Auseinandersetzungen, die wir aus den vergangenen Monaten und Jahren kennen, nichts mehr zu tun.» Neben dem Columbiabad habe die Polizei auch andere Bäder im Blick.

Frank Balzer, innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion Berlin, forderte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) auf, mit Polizei und Bäderbetrieben ein Sicherheitskonzept zu erarbeiten. Die mobile Polizeiwache vor dem Columbiabad sei nur eine kurzfristige Notfalllösung.

Der Vorstandsvorsitzende der Berliner Bäder-Betriebe, Johannes Kleinsorg, hatte am Mittwoch gesagt: «Die Auseinandersetzungen im Sommerbad Neukölln haben gestern ein Ausmaß erreicht, wie wir es bisher nicht kannten.» Auch die eigenen Sicherheitskräfte sollten noch einmal verstärkt werden. Bereits Ende Juni war der Einsatz von mehr Wachleuten angekündigt worden. Zu dem Zeitpunkt waren in elf Freibädern schon 172 Wachleute unterwegs.

Randale in Freibädern gab es in der Hauptstadt immer wieder. Ende Juni wurden ebenfalls im Columbiabad Polizisten und Wachleute von bis zu 250 Badegästen bedrängt. Ein Streit war nach Spritzen mit einer Wasserpistole entstanden. Nur wenige Tage zuvor war am Steglitzer Bad am Insulaner ebenfalls nach einer Spritzerei mit Wasserpistolen eine Massenschlägerei ausgebrochen.

© dpa
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