Invasive Krebse ohne Ende: Fünfte Fangsaison vor dem Start

11.05.2022 In manchen Berliner Gewässern tummeln sich Krebsarten, die dort nicht hingehören. Die Tiere vermehren sich rasant. Hunderte Kilo wurden in den vergangenen Jahren gefangen. Wie geht es jetzt weiter?

Gefangene Amerikanische Flusskrebse krabbeln in einer Reuse im Tiergarten. © Britta Pedersen/dpa/Archivbild

Berlin setzt die Bekämpfung unerwünschter Sumpfkrebse in einigen Gewässern der Stadt fort. Die Fangsaison starte in diesem Jahr am 1. Juni, sagte Wildtierexperte Derk Ehlert von der Umweltverwaltung der Deutschen Presse-Agentur. Es ist das fünfte Jahr in Folge, in dem ein Fischer die Erlaubnis für die Entnahme der Tiere erhält.

Fangorte seien weiter der Tiergarten in Mitte und der Britzer Garten in Neukölln, sagte Ehlert. Trotz rückläufiger Trends beim Fang in den vergangenen Jahren bleibe das Eingreifen nötig. Ziel sei es, den Bestand der invasiven Art zu reduzieren und eine Ausbreitung in weitere Gewässer zu verhindern.

In diesem Jahr nimmt nach einem Interessenbekundungsverfahren laut Ehlert ein neuer Fischer die Arbeit auf. Dem bisherigen Fischer Klaus Hidde, der seit 2018 die Erlaubnis gehabt hatte, waren in den vergangenen Jahren Hunderte Kilo Rote Amerikanische Sumpfkrebse in Tiergarten-Gewässern und im Britzer Garten in die Reusen gegangen. Das entspricht mehreren Tausend Stück pro Jahr.

Laut einer Antwort der Umweltverwaltung von Februar auf eine parlamentarische Anfrage des CDU-Abgeordneten Danny Freymark ist für den Fischer eine finanzielle Unterstützung in Höhe von sieben Euro pro Kilo Krebse möglich, jedoch insgesamt nicht mehr als 5000 Euro. Das Krebsfleisch wird zudem als regionale Delikatesse verkauft.

Angenommen wird, dass es sich bei den etwa handtellergroßen Sumpfkrebsen um Nachkommen ausgesetzter Tiere handelt, etwa aus Aquarien. Ihr Vorkommen blieb in Berlin lange weitestgehend unbemerkt, bis im August 2017 im Tiergarten wandernde Sumpfkrebse gesichtet wurden. Da die dortigen Seen und Wasserläufe mit der Spree verbunden sind, können dort laut Ehlert auch immer wieder neue Exemplare einwandern. Die Spree selbst sei für die invasive Art allerdings nur ein Durchzugsgebiet und kein geeigneter Lebensraum.

Zu den nachgewiesenen Fundorten zählen daneben laut der Antwort auf die parlamentarische Anfrage unter anderem auch Landwehrkanal, Erpe und Spandauer Schifffahrtskanal. Marmorkrebse - ebenfalls eine invasive Art - tummeln sich demnach etwa im Schlachtensee und mehreren anderen Seen im Südwesten Berlins. 2021 hatte Fischer Hidde erstmals auch diese Art gefangen: im Berliner Teil des Groß Glienicker Sees an der Grenze zu Brandenburg.

Die Eindämmung der eigentlich im Süden der Vereinigten Staaten und Nordmexiko vorkommenden Sumpfkrebse ist EU-weit geboten: Die Allesfresser, die sich sehr schnell vermehren, werden als Gefahr für heimische Arten und Ökosysteme gesehen. Über den Winter werden die Tiere nicht gefangen, da sie bei niedrigen Wassertemperaturen weitgehend inaktiv und am Grund der Gewässer verborgen sind.

© dpa

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