Bettenzahl in Kinderkliniken wird abgefragt

Die aktuelle Lage in Berlins Kinderkliniken lässt sich bisher schwer in Zahlen fassen. Es laufe derzeit eine Abfrage, wie viele Betten ordnungsbehördlich genehmigt und wie viele davon aufgrund der Personalbesetzung betrieben werden, teilte die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung am Dienstag auf Anfrage mit. «Die Ergebnisse liegen voraussichtlich am kommenden Donnerstag vor.» Anfang Oktober 2020 lag der Behörde demnach ein Stand von 771 genehmigten Betten in der Kinder- und Jugendheilkunde vor.
Eine Pflegekraft geht auf einer Intensivstation über den Flur. © Fabian Strauch/dpa/Symbolbild

Ebenfalls keine Angaben konnte die Behörde zu der Frage machen, ob derzeit Berlin oder Brandenburg mehr Fälle an das Nachbarbundesland abgibt: «Eine Auflistung der Fallzahlen in den Ländern liegt Stand heute nicht vor», hieß es. Am Montag hatten beide Länder ihre enge Zusammenarbeit bei der aktuell hohen Zahl von Atemwegsinfektionen bei Kindern betont. Ähnlich wie in der Corona-Pandemie sollten bei Bedarf Kliniken länderübergreifend angefragt und Patienten gegenseitig aufgenommen werden.

Es gibt laut Gesundheitsverwaltung in Berlin acht Krankenhäuser, die an zehn Standorten Kinderkliniken betreiben. «Weiterhin kann die Herzmedizin für Kinder und Jugendliche am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) hinzugezählt werden», hieß es.

Wie der Krankenhauskonzern Vivantes mit seinen zwei Kinderkliniken und rund 110 Betten auf Anfrage erklärte, kann man als Faustformel sagen, dass etwa 80 Prozent der vorhandenen Betten auch belegt werden können. «Wo dies nicht der Fall ist, liegt das zum Teil an fehlendem Personal, zum Teil aber auch an Isolationspflicht der Kinder aus Hygienegründen (Ansteckungsgefahr).» Liege ein Kind mit einer ansteckenden Krankheit in einem Doppelzimmer, müsse das zweite Bett leer bleiben. Im Klinikum Friedrichshain seien schon seit mehreren Wochen auch Pflegekräfte von Erwachsenenstationen im Einsatz, hieß es. Dies sei eine Entscheidung der einzelnen Kliniken. Pflegekräfte seien auch in anderen Bereichen knapp, nicht nur in den Kinderkliniken.

© dpa
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