Berlin startet nächste Woche mit Affenpocken-Impfungen

Auch in der Bundeshauptstadt sollen in der kommenden Woche die Impfungen gegen das Affenpocken-Virus starten. Dazu hätten die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin einen entsprechenden Kooperationsvertrag abgeschlossen, wie die Verwaltung am Freitag mitteilte. Weil aktuell noch wenig Impfstoff verfügbar sei, richte sich das Angebot prioritär an Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko oder der Gefahr für einen schweren Krankheitsverlauf, hieß es. Deshalb werde vorrangig in den HIV-Schwerpunktpraxen geimpft. In Berlin stehen aktuell etwa 8000 Dosen des Vakzins Imvanex zur Verfügung.
Das vom Institute of Tropical Medicine Antwerp zur Verfügung gestellte Foto zeigt Hautsymptome von Affenpocken-Patienten. © Institute of Tropical Medicine, Antwerp/dpa

Eine Impfung gegen Affenpocken empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland für bestimmte Risikogruppen und Menschen, die engen Kontakt zu Infizierten hatten. Das Virus ruft meist milde Symptome hervor, die gewöhnlich innerhalb weniger Wochen verschwinden. Es kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen.

In Deutschland registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) mit Stand vom Freitag 1490 Infektionen von Affenpocken – besonders viele gibt es in Berlin. Die eigentlich seltene Virus-Erkrankung, von der weltweit zuletzt mehrere Tausend Fälle nachgewiesen wurden, überträgt sich nach bisherigem Kenntnisstand hauptsächlich durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch.

In Berlin beteiligen sich der Mitteilung nach 22 Praxen an der Impfkampagne, außerdem sollen Impfungen in der Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit «Checkpoint BLN» angeboten werden. Auch Spezialambulanzen einiger Kliniken und das Gesundheitsamt Mitte sollen beteiligt sein. Eine Liste aller Impfstellen solle Anfang kommender Woche veröffentlicht werden, hieß es. Die Impfung sei für die Menschen kostenfrei, die Entscheidung für eine Impfung liege im Ermessen der Ärztin oder des Arztes.

Betroffene und ihre Kontaktpersonen haben demnach außerdem die Möglichkeit, sich im Gesundheitsamt Mitte für einen Impftermin zu melden. Im Laufe des dritten Quartals erwarte Berlin noch mehr Impfdosen vom Bund, dem Bundesgesundheitsministerium zufolge seien 240 000 Impfdosen bestellt worden.

© dpa
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