Damit der Strukturwandel in der Lausitz gelingt, braucht die Region Zuzug und Heimkehrende. Ein Rückkehrertag für Fachkräfte war am Dienstag nach Angaben der Arbeitsagentur ein voller Erfolg - er war von verschiedenen Akteuren der Stadt Cottbus organisiert worden. 130 Besucher schauten nach zweijähriger Corona-Pause im Rathaus vorbei, vor der Pandemie waren es nach Angaben der Stadt etwa 200.
Interessierte konnten sich über Stellenangebote, Wohnungsangebote sowie Kita-und Schulplätze informieren. Die Besucherinnen und Besucher kamen nach Angaben der Agentur für Arbeit aus ganz Deutschland - darunter aus Baden-Württemberg, Bayern und auch aus dem Nachbarland Schweiz. Auch junge Familien seien auf der Suche nach einer Perspektive in der Stadt, teilte die Arbeitsagentur mit.
Aktuell gibt es der Stadtverwaltung zufolge mehr als 7000 Jobangebote und über 4000 Ausbildungsplätze. Der Strukturwandel bringt Arbeit. Oberbürgermeister Tobias Schick warb für den Zuzug. «Nie war die Chance so groß, einen gut bezahlten Job in der alten, gern auch neuen Heimat zu finden.» Cottbus biete darüber hinaus viel Lebensqualität und sei zudem eine Stadt der «kurzen Wege», so Schick.
So errichtet die Deutsche Bahn in Cottbus ihr modernstes ICE-Instandhaltungswerk. 2024 sollen in dem Werk die ersten ICE-Züge gewartet werden. Das Unternehmen will in Cottbus bis dahin mehr als 500 neue Mitarbeiter beschäftigen. Auch eine zweigleisige Halle soll bis 2024 entstehen. Eine weitere Halle mit vier Gleisen soll bis 2026 folgen. Insgesamt sollen in dem Werk einmal 1200 Industriearbeits- und Ausbildungsplätze entstehen.
Zudem plant das Land den Aufbau des Innovationszentrums Universitätsmedizin Cottbus (IUC) im Rahmen einer «Modellregion Gesundheit Lausitz». Eine Expertenkommission präsentierte 2021 Empfehlungen zum Aufbau - demnach soll das Zentrum aus der Universitätsmedizin Cottbus sowie einem digital unterstützten Netzwerk von Akteuren der Gesundheitsversorgung der Region bestehen.
Menschen hätten die Stadt einmal verlassen, weil sie nicht den passenden, gut bezahlten Job finden konnten und die wirtschaftlichen Perspektiven nicht gegeben waren, sagte Oberbürgermeister Schick der Deutschen Presse-Agentur. «Das Neue ist, dass genau diese Jobs da sind und noch entstehen werden.» Standortfaktoren wie Kita und Schule, Freizeit und Wohnen müssten nun weiterentwickelt werden.