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Gedenken an Hatun Sürücü: Mord immer noch «erschütternd»

Der Fall ist bis heute vielen noch präsent: Vor 19 Jahren wurde Hatun Sürücü von ihrem Bruder getötet. Beim Gedenken in Berlin wurde an die junge Frau erinnert.
19. Todestag der Berlinerin Sürücü
Blumen liegen während einer Gedenkveranstaltung an dem Gedenkstein vor dem Schild der Bushaltestelle. © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

SPD-Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe hat gemeinsam mit Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) an die Ermordung von Hatun Sürücü vor 19 Jahren erinnert. «Sie hat den Wunsch, nach ihren ganz eigenen Vorstellungen leben zu können, mit ihrem Leben bezahlt», sagte Kiziltepe am Mittwoch bei der Kranzniederlegung. Die Ermordung der Deutsch-Türkin «war ein Femizid, die extremste Form von Gewalt gegen Frauen.» Kiziltepe denke auch an all die anderen Mädchen und Frauen, «die getötet wurden oder Gewalt erfahren, weil sie Mädchen bzw. Frauen waren.»

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) erinnerte am Gedenkstein in der Oberlandstraße an die Ermordung von Sürücü. Eine junge Frau habe frei und selbstbestimmt leben wollen, «umso erschütternder waren die Nachrichten, dass diese junge Frau vor 19 Jahren für einen ganz selbstverständlichen Wunsch von ihrem Bruder ermordet wurde», betonte Wegner. Nach wie vor gebe es in Deutschland Weltbilder, die Selbstbestimmung und Gleichstellung ablehnten. Gewalt gegen Frauen dürfe jedoch nicht «auf die Herkunft reduziert werden, Gewalt gegen Frauen hat viele furchtbare Facetten».

Hatun Sürücü wurde am 7. Februar 2005 an einer Bushaltestelle in Tempelhof von ihrem Bruder erschossen. Gegen den Willen ihrer Familie hatte Sürücü ihr Kopftuch abgelegt und einen Beruf gelernt. Ihr westlicher Lebensstil verletzte vermeintlich die Ehre der Familie. Die Ermordung der Deutsch-Türkin löste Entsetzen aus. Nach mehr als neun Jahren Jugendhaft wurde der Täter in die Türkei abgeschoben. Ein Gericht in Istanbul sprach zwei Brüder vom Vorwurf der Mittäterschaft frei.

Bei der Gedenkstunde schilderten Wegner und Kiziltepe auch die Konsequenzen aus dem Fall: «Unser Ziel ist es, jedem betroffenen Mädchen und jeder betroffenen Frau Unterstützung zukommen zu lassen, die in ihrer individuellen Situation die passende ist und die ihr hilft, der Gewaltsituation zu entkommen», sagte die Sozialsenatorin. Neben der Kranzniederlegung waren am Mittwoch in Berlin weitere Veranstaltungen in Erinnerung an Hatun Sürücü geplant.

© dpa
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