Coach Fischer vor Auslosung: Müssen Europa League genießen

Wer werden die internationalen Gegner? Am Freitag wissen es die Eisernen. Namhafte Clubs und Profis sind dabei. Sie schauen gemeinsam, trainiert wird später. Europa ist das eine, die Bundesliga das andere. Und da wird's am Samstag wieder ernst.
Union Trainer Urs Fischer steht vor einem Spiel im Stadion. © Hendrik Schmidt/dpa/Archivbild

Auch wenn Urs Fischer die Vorbereitung auf das kommende Bundesligaspiel gewohnt akribisch durchzieht - die Vorfreude auf mögliche Kracherpartien in der Europa League will der stets besonnene Schweizer seinen Profis nicht nehmen. «Ich kann nicht sagen, dass es kein Thema ist», sagte der Trainer des 1. FC Union Berlin am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Stadion An der Alten Försterei zur bevorstehenden Auslosung. 24 Stunden vor der Ziehung aus den Töpfen, gefüllt auch mit namhaften und ruhmreichen Clubs, kündigte Fischer an: «Logisch werden wir gemeinsam schauen. Deshalb werden wir morgen ein bisschen später trainieren.»

Nach der Teilnahme an der Conference League in der vergangenen Spielzeit hatten die Köpenicker ihre wundersam-erfolgreiche Reise auch in der vergangenen Saison fortgesetzt. Um nur einen Punkt verpasste die Mannschaft von Fischer die Champions League, schaffte aber den Einzug in die Europa League.

«Das müssen wir genießen. Durch die Qualifikation für die Gruppenphase ist schon ein Wunsch in Erfüllung gegangen», sagte der Schweizer. Am 8. September geht es los, einen Wunschrivalen hat Fischer unter Teams wie Manchester United - derzeit noch mit dem abwanderungswilligen Superstar Cristiano Ronaldo - oder die AS Rom, nicht: «Ich habe keinen Lieblingsgegner und auch keinen, gegen die ich auf keinen Fall spielen möchte.»

Beim Gedanken an ein mögliches Aufeinandertreffen mit seinem ehemaligen Verein FC Zürich bei einer finalen Qualifikation der Schweizer huschte aber ein Grinsen durchs Gesicht des Trainers. «Natürlich würde ich mich auf den FC Zürich freuen», sagte Fischer über den Verein, für den er als Spieler insgesamt 302 Ligaspiele bestritten sowie als Kapitän im Jahr 2000 den Schweizer Pokal gewonnen hatte.

Trotz des Ziels Bundesligaverbleib, das der aktuelle Tabellendritte mit sieben Punkten aus drei Spielen schon wieder recht forsch angegangen ist, will Fischer seine Mannschaft im internationalen Vergleich auch nicht kleinreden. «Wir zeigen den nötigen Respekt vor jedem Gegner, aber wir haben keine Bedenken», sagte er. Bei allen Gedanken an Europa-Abende liegt der Fokus von Fischer aber auf dem kommenden Meisterschaftsspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei Schalke 04. Dazu hätten sie auch die Analyse gemacht und nicht zur Auslosung, betonte der Coach.

© dpa
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